Zeit­li­cher Schutzbereich

Die UN-Wan­der­ar­bei­ter­kon­ven­ti­on bezweckt einen zeit­lich umfas­sen­den Schutz der Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ger.

Dem­ge­mäß umschreibt die UN-Wan­der­ar­bei­ter­kon­ven­ti­on in ihrem Arti­kel 1 Abs. 2 ihren zeit­li­chen Schutz­be­reich als die gesam­te Dau­er der Wan­derung der Wan­der­ar­beit­nehmer und ihrer Fam­i­lien­ange­höri­gen. Die­ser Zeit­raum umfasst nach dem weit­ge­steck­ten Ver­ständ­nis der Wanderarbeiterkonvention

  • die Zeit der Vor­bere­itung der Wanderung,
  • die Zeit der Ausreise,
  • die Zeit einer Durchreise,
  • die gesam­te Zeit des Aufen­thalts und der Tätig­keit gegen Ent­gelt im Beschäf­ti­gungsstaat sowie
  • die Zeit der Rück­kehr in den Herkun­ftsstaat oder in den Staat des gewöhn­lichen Aufenthalts.

Die Wan­der­ar­bei­ter­kon­ven­ti­on schützt mit­hin einen umfas­sen­den Migra­ti­ons­zeit­raum, begin­nend mit der Vor­be­rei­tungs­pha­se über die eigent­li­che Zeit als Wan­der­ar­beit­neh­mer bis ein­schliess­lich der Zeit der Rück­kehr und Reinte­gra­ti­on in den Heimatstaat.

Die­ses zeit­lich wei­te Ver­ständ­nis fin­det sich auch in den ein­zel­nen Gewähr­leis­tun­gen wie­der, so etwa, wenn Art. 37 das Recht des zukünf­ti­gen Wan­der­ar­beit­neh­mers gegen­über dem zukünf­ti­gen poten­ti­el­len Beschäf­ti­gungs­staat auf Infor­ma­ti­on über die Moda­li­tä­ten und Bestim­mun­gen zu Auf­ent­halts- und Arbeits­ge­neh­mi­gung beschreibt, oder Art. 46 der UN-Wan­der­ar­bei­ter­kon­ven­ti­on bei der Rück­kehr die per­sön­li­che Habe und das Haus­halts­gut von Zöl­len – sowohl  Aus­fuhr­ab­ga­ben des Beschäf­ti­gungs­staats wie auch Ein­fuhr­ab­ga­ben des Her­kunfts­staats – freistellt.

Arti­kel 1

  1. Die­se Kon­ven­tion gilt, sofern im fol­gen­den nichts ande­res bes­timmt wird, für alle Wan­der­ar­beit­nehmer und ihre Fam­i­lien­ange­höri­gen ohne irgen­deinen Unter­schied, etwa nach Geschlecht, Ras­se, Haut­farbe, Spra­che, Reli­gion oder Weltan­schau­ung, poli­tis­cher oder son­stiger Überzeu­gung, natio­na­ler, eth­nis­cher oder sozia­ler Her­kunft, Staat­sange­hörigkeit, Alter, wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen, Ver­mö­gen, Fam­i­lien­stand, Geburt oder son­stigem Stand.
  2. Die­se Kon­ven­tion gilt für die gesam­te Dau­er der Wan­derung der Wan­der­ar­beit­nehmer und ihrer Fam­i­lien­ange­höri­gen, die die Vor­bere­itung der Wan­derung, die Aus­reise, die Durch­rei­se und die gesam­te Zeit des Aufen­thalts und der Tätig­keit gegen Ent­gelt im Beschäf­ti­gungsstaat sowie die Rück­kehr in den Herkun­ftsstaat oder in den Staat des gewöhn­lichen Aufen­thalts umfasst.

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