Bür­ger­li­che Rech­te aller Wanderarbeitnehmer

Emigrazione - Bürgerliche Rechte aller Wanderarbeitnehmer

Die UN-Wan­der­ar­bei­ter­kon­ven­ti­on, die “Inter­na­tio­nal Con­ven­ti­on on the Rights of All Migrant Workers and Mem­bers of Their Fami­lies” (ICRMW), ent­hält in ihrem Teil II Garan­tien für die zivi­len, bür­ger­li­chen, wirt­schaft­li­chen, sozia­len und kul­tu­rel­len Men­schen­rech­te aller Migran­ten, und das unab­hän­gig davon, ob die­se sich recht­mä­ßig oder ille­gal im betrof­fe­nen Staat aufhalten.

Dabei wie­der­holt und bekräf­tigt die Wan­der­ar­bei­ter­kon­ven­ti­on zunächst die bereits im UN-Zivil­pakt für Jeder­mann garan­tier­ten, grund­le­gen­den Men­schen­rech­te, so etwa

  • das Recht auf Frei­zü­gig­keit (Art. 8 ICRMW),
  • das Recht auf Rück­kehr in den Her­kunfts­staat (Art. 8 ICRMW),
  • das Recht auf Leben (Art. 9 ICRMW),
  • das Ver­bot von Fol­ter sowie von grau­sa­mer, unmensch­li­cher oder ernied­ri­gen­der Behand­lung oder Stra­fe (Art. 10 ICRMW),
  • das Ver­bot von Skla­ve­rei und Zwangs­ar­beit (Art. 11 ICRMW)
  • die Garan­tie der Gedan­kens­frei­heit, Gewis­sens­frei­heit und Reli­gi­ons­frei­heit (Art. 12 ICRMW),
  • die  Garan­tie der Mei­nungs­frei­heit im Rah­men der all­ge­mei­nen Geset­ze (Art. 13 ICRMW),
  • der Schutz der Woh­nung und des Post­ge­heim­nis­ses (Art. 14 ICRMW),
  • die Eigen­tums­ga­ran­tie (Art. 15 ICRMW)
  • das Recht auf Frei­heit und Sicher­heit ein­schließ­lich der Gewähr­leis­tung grund­le­gen­der Rech­te im Fal­le von Ver­haf­tung und Inhaf­tie­rung (Art. 16 ICRMW),
  • die Rechts­fä­hig­keit und die Garan­tie des Zugangs zu den staat­li­chen Gerich­ten sowie die Gewähr­leis­tung eines rechts­staat­li­chen Straf­ver­fah­rens (Art.18 ICRMW),
  • der “nul­la poe­na sine lege”-Grundsatz (Art. 19 ICRMW),
  • das Recht auf kon­su­la­ri­schen Bei­stand ihres Her­kunfts­staats (Art. 23 ICRMW),
  • die Garan­tie der Rechts­fä­hig­keit (Art. 24 ICRMW)

In die­ser Wie­der­ho­lung und Bekräf­ti­gung der Rech­te aus dem UN-Zivil­pakt bleibt die UN-Wan­der­ar­bei­ter­kon­ven­ti­on jedoch nicht ste­hen, son­dern kon­kre­ti­siert die­se Rech­te wei­ter für die kon­kre­te Situa­ti­on der Wan­der­ar­beit­neh­mer. Dies betrifft etwa

  • das Recht auf per­sön­li­che Sicher­heit und Frei­heit (Art. 16 der ICRMW),
  • das Recht auf Kon­takt­auf­nah­me zu ihrem Her­kunfts­staat bei Inhaf­tie­rung (Art. 16 Abs. 7 ICRMW),
  • die Garan­tie der Habe­as-Cor­pus-Rech­te (Art. 17 ICRMW) sowie das Gebot, das Wan­der­ar­beit­neh­mer bei Inhaf­tie­rung wegen eines Ver­sto­ßes gegen aus­län­der­recht­li­che Vor­schrif­ten (ins­be­son­de­re bei Abschie­be­haft) nicht zusam­men mit Straf­ge­fan­ge­nen oder Unter­su­chungs­häft­lin­gen unter­ge­bracht zu wer­den (Art. 17 Abs. 3 ICRMW),
  • das Ver­bot, eine Auf­ent­halts­er­laub­nis oder Arbeits­er­laub­nis nur aus dem Grund zu ent­zie­hen, dass der Wan­der­ar­beit­neh­mer eine ver­trag­li­che Ver­pflich­tung nicht erfüllt hat (Art. 20 ICRMW),
  • die Garan­tie, dass Aus­wei­se und Auf­ent­halts­do­ku­men­te nur durch dazu befug­te Amts­per­so­nen ein­ge­zo­gen oder ver­nich­tet wer­den dür­fen (Art. 21 ICRMW),
  • das Ver­bot kol­lek­ti­ver Aus­wei­sungs­maß­nah­me (Art. 22 ICRMW),
  • der Schutz vor unge­setz­li­cher Aus­wei­sung sowie die Garan­tie, dass eine Aus­wei­sung dem Wan­der­ar­beit­neh­mer in einer ihm ver­ständ­li­chen  Spra­che mit­ge­teilt wird (Art. 22 ICRMW),
  • das Ver­bot jeg­li­cher arbeits­recht­li­cher Dis­kri­mie­rung, die ihren Grund im Migra­ti­ons­sta­tus hat (Art. 25 ICRMW),
  • das Recht auf Mit­nah­me des Eigen­tums beim Ver­las­sen des Gast­staa­tes (Art. 32 ICRMW) als Aus­fluss der Eigen­tums­ga­ran­tie (Art. 15 ICRMW) sowie
  • das Recht auf Aus­kunft und Infor­ma­ti­on über die aus der UN-Wan­der­ar­bei­ter­kon­ven­ti­on zuste­hen­den Rechte.

Gleich­zei­tig hält die UN-Wan­der­ar­bei­ter­kon­ven­ti­on in ihrem Arti­kel 35  aber auch fest, dass die in ihr gewähr­leis­te­ten Rech­te nicht dazu die­nen, die Lage von Wan­der­ar­beit­nehmern oder deren Fam­i­lien­ange­höri­gen zu regu­la­ri­sie­ren, die nicht über die erforder­lichen Doku­mente ver­fü­gen oder deren Sta­tus nicht gere­gelt ist, oder ein Recht auf eine der­ar­tige Reg­u­lar­isierung ihres Sta­tus her­leitet. Migran­ten, die sich ille­gal in einem Staat auf­hal­ten, kön­nen mit­hin aus der UN-Wan­der­ar­bei­ter­kon­ven­ti­on kei­nen Anspruch auf ein gesezt­li­ches Auf­ent­halts­recht herleiten.

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