Inter­na­tio­na­le Kon­ven­ti­on zum Schutz der Rech­te aller Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen

UN-Flagge

vom 18. Dezem­ber 1990

Prä­am­bel

Die Ver­trags­staa­ten die­ser Kon­ven­ti­on,

unter Berück­sich­ti­gung der Grund­sät­ze, die in den grund­le­gen­den Instru­men­ten der Ver­ein­ten Natio­nen über die Men­schen­rech­te, ins­be­son­de­re in der All­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rech­te, dem Inter­na­tio­na­len Pakt über wirt­schaft­li­che, sozia­le und kul­tu­rel­le Rech­te”, dem Inter­na­tio­na­len Pakt über bür­ger­li­che und poli­ti­sche Rech­te dem Inter­na­tio­na­len Über­ein­kom­men über die Besei­ti­gung aller For­men ras­si­scher Dis­kri­mi­nie­rung”, der Kon­ven­ti­on über die Besei­ti­gung jeder Form von Dis­kri­mi­nie­rung der Frau und der Kon­ven­ti­on über die Rech­te des Kin­des nie­der­ge­legt sind.

sowie unter Berück­sich­ti­gung der Grund­sät­ze und Nor­men, die in den ein­schlä­gi­gen Instru­men­ten nie­der gelegt sind, die im Rah­men der Inter­na­tio­na­len Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on aus­ge­ar­bei­tet wur­den, ins­be­son­de­re in dem Über­ein­kom­men Nr. 97 über Wan­der­ar­bei­ter, in dem Über­ein­kom­men Nr. 143 über Miss­bräu­che bei Wan­de­run­gen und die För­de­rung der Chan­cen­gleich­heit und der Gleich­be­hand­lung der Wan­der­ar­beit­neh­mer, in der Emp­feh­lung Nr. 86 betref­fend die Wan­der­ar­beit­neh­mer, in der Emp­feh­lung Nr. 151 betref­fend die Wan­der­ar­beit­neh­mer, in dem Über­ein­kom­men Nr. 29 über Zwangs- oder Pflicht­ar­beit und in dem Über­ein­kom­men Nr. 105 über die Abschaf­fung der Zwangs­ar­beit,

in Bekräf­ti­gung der Bedeu­tung der im Über­ein­kom­men gegen Dis­kri­mi­nie­rung im Unter­richts­we­sen der Orga­ni­sa­ti­on der Ver­ein­ten Natio­nen für Erzie­hung, Wis­sen­schaft und Kul­tur ent­hal­te­nen Grund­sät­ze,

unter Hin­weis auf die Kon­ven­ti­on gegen Fol­ter und ande­re grau­sa­me, unmensch­li­che oder ernied­ri­gen­de Behand­lung oder Stra­fe”, die Erklä­rung des Vier­ten Kon­gres­ses der Ver­ein­ten Natio­nen für Ver­bre­chens­ver­hü­tung und die Behand­lung Straf­fäl­li­ger, den Ver­hal­tens­ko­dex für Beam­te mit Poli­zei­be­fug­nis­sen sowie die Über­ein­kom­men über die Skla­ve­rei,

unter Hin­weis dar­auf, dass eines der Zie­le der Inter­na­tio­na­len Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on gemäß ihrer Sat­zung der Schutz der Inter­es­sen der im Aus­land beschäf­tig­ten Arbeit­neh­mer ist, sowie im Hin­blick auf den Sach­ver­stand und die Erfah­rung die­ser Orga­ni­sa­ti­on in Fra­gen der Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen,

in Erkennt­nis der Bedeu­tung der Arbei­ten, die im Zusam­men­hang mit Wan­der­ar­beit­neh­mern und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen in ver­schie­de­nen Orga­nen der Ver­ein­ten Natio­nen, ins­be­son­de­re der Men­schen­rechts­kom­mis­si­on und der Kom­mis­si­on für sozia­le Ent­wick­lung, sowie in der Ernäh­rungs- und Land­wirt­schafts­or­ga­ni­sa­ti­on der Ver­ein­ten Natio­nen, der Orga­ni­sa­ti­on der Ver­ein­ten Natio­nen für Erzie­hung, Wis­sen­schaft und Kul­tur und der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on wie auch in ande­ren inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­tio­nen durch­ge­führt wer­den,

sowie in Erkennt­nis der Fort­schrit­te, die von eini­gen Staa­ten auf regio­na­ler oder bila­te­ra­ler Grund­la­ge zum Schutz der Rech­te der Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen erzielt wor­den sind, sowie der Bedeu­tung und des Nut­zens zwei­sei­ti­ger und mehr­sei­ti­ger Über­ein­künf­te in die­sem Bereich,

im Hin­blick auf die Bedeu­tung und den Umfang des Phä­no­mens der Wan­de­rung, bei dem es um Mil­lio­nen von Men­schen geht und von dem eine gro­ße Anzahl von Staa­ten der inter­na­tio­na­len Gemein­schaft betrof­fen ist,

im Bewusst­sein der Aus­wir­kun­gen der Wan­de­rungs­be­we­gun­gen auf die betrof­fe­nen Staa­ten und Völ­ker und von dem Wunsch gelei­tet, Nor­men fest­zu­le­gen, die mit­tels der Annah­me grund­le­gen­der Prin­zi­pi­en betref­fend die Behand­lung der Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen zur Anglei­chung der Hal­tung der Staa­ten bei­tra­gen,

in Anbe­tracht der unsi­che­ren Lage, in der sich Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen häu­fig befin­den, unter ande­rem wegen ihrer Abwe­sen­heit vom Her­kunfts­staat und mög­li­cher Schwie­rig­kei­ten auf­grund ihrer Anwe­sen­heit im Beschäf­ti­gungs­staat,

in der Über­zeu­gung, dass die Rech­te der Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen nicht über­all aus­rei­chen­de Aner­ken­nung gefun­den haben und daher einen ent­spre­chen­den völ­ker­recht­li­chen Schutz benö­ti­gen,

unter Berück­sich­ti­gung der Tat­sa­che, dass die Wan­de­rung für die Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen der Wan­der­ar­beit­neh­mer sowie für die Wan­der­ar­beit­neh­mer selbst, beson­ders wegen der Tren­nung der Fami­li­en, häu­fig schwer­wie­gen­de Pro­ble­me mit sich bringt,

ein­ge­denk des­sen, dass die mensch­li­chen Pro­ble­me, die bei der Wan­de­rung ent­ste­hen, im Fal­le der irre­gu­lä­ren Wan­de­rung noch schwer­wie­gen­der sind, und dem­zu­fol­ge in der Über­zeu­gung, dass geeig­ne­te Maß­nah­men geför­dert wer­den soll­ten, um heim­li­che Wan­de­run­gen und den Han­del mit Wan­der­ar­beit­neh­mern zu ver­hü­ten und zu unter­bin­den und gleich­zei­tig den Schutz ihrer grund­le­gen­den Men­schen­rech­te zu gewähr­leis­ten,

in Anbe­tracht des­sen, dass Arbeit­neh­mer, die nicht über die erfor­der­li­chen Doku­men­te ver­fü­gen oder deren Sta­tus nicht gere­gelt ist, häu­fig unter weni­ger güns­ti­gen Arbeits­be­din­gun­gen als ande­re Arbeit­neh­mer beschäf­tigt wer­den und dass dies gewis­se Arbeit­ge­ber dazu ver­an­lasst, sich sol­che Arbeits­kräf­te zu besor­gen, um sich die Vor­tei­le unlau­te­ren Wett­be­werbs zu ver­schaf­fen,

sowie in der Erwä­gung, dass einer Beschäf­ti­gung von Wan­der­ar­beit­neh­mern, deren Sta­tus nicht gere­gelt ist, auch dadurch ent­ge­gen­ge­wirkt wird, dass die grund­le­gen­den Men­schen­rech­te aller Wan­der­ar­beit­neh­mer eine wei­ter­ge­hen­de Aner­ken­nung fin­den und dass außer­dem durch die Gewäh­rung bestimm­ter zusätz­li­cher Rech­te an die­je­ni­gen Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, deren Sta­tus gere­gelt ist, alle Wan­der­ar­beit­neh­mer und alle Arbeit­ge­ber ermu­tigt wer­den, die Geset­ze und Ver­fah­ren des betref­fen­den Staa­tes zu beach­ten und sich danach zu rich­ten,

infol­ge­des­sen über­zeugt von der Not­wen­dig­keit, dass der völ­ker­recht­li­che Schutz der Rech­te aller Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen durch die Bekräf­ti­gung und die Schaf­fung von grund­le­gen­den Nor­men in einer umfas­sen­den Kon­ven­ti­on, die uni­ver­sell ange­wandt wer­den könn­te, nie­der­ge­legt wer­den soll­te.

haben fol­gen­des ver­ein­bart:

Teil 1 – Gel­tungs­be­reich und Begriffs­be­stim­mun­gen

Arti­kel 1

  1. Die­se Kon­ven­ti­on gilt, sofern im fol­gen­den nichts ande­res bestimmt wird, für alle Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen ohne irgend­ei­nen Unter­schied, etwa nach Geschlecht, Ras­se, Haut­far­be, Spra­che, Reli­gi­on oder Welt­an­schau­ung, poli­ti­scher oder sons­ti­ger Über­zeu­gung, natio­na­ler, eth­ni­scher oder sozia­ler Her­kunft, Staats­an­ge­hö­rig­keit, Alter, wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen, Ver­mö­gen, Fami­li­en­stand, Geburt oder sons­ti­gem Stand.
  2. Die­se Kon­ven­ti­on gilt für die gesam­te Dau­er der Wan­de­rung der Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, die die Vor­be­rei­tung der Wan­de­rung, die Aus­rei­se, die Durch­rei­se und die gesam­te Zeit des Auf­ent­halts und der Tätig­keit gegen Ent­gelt im Beschäf­ti­gungs­staat sowie die Rück­kehr in den Her­kunfts­staat oder in den Staat des gewöhn­li­chen Auf­ent­halts umfasst.

Arti­kel 2

Im Sin­ne die­ser Kon­ven­ti­on

  1. bezeich­net der Aus­druck “Wan­der­ar­beit­neh­mer” jede Per­son, die in einem Staat, des­sen Staats­an­ge­hö­rig­keit sie nicht hat, eine Tätig­keit gegen Ent­gelt aus­üben wird, aus­übt oder aus­ge­übt hat.
    1. bezeich­net der Aus­druck “Grenz­gän­ger” einen Wan­der­ar­beit­neh­mer, der sei­nen gewöhn­li­chen Auf­ent­halt wei­ter­hin in einem Nach­bar­staat hat, in den er in der Regel täg­lich oder min­des­tens ein­mal wöchent­lich zurück­kehrt;
    2. bezeich­net der Aus­druck “Sai­son­ar­beit­neh­mer” einen Wan­der­ar­beit­neh­mer, des­sen Arbeit natur­ge­mäß von sai­so­na­len Bedin­gun­gen abhän­gig ist und daher nicht ganz­jäh­rig aus­ge­übt wird;
    3. bezeich­net der Aus­druck “See­leu­te”, der Fischer ein­schließt, Wan­der­ar­beit­neh­mer, die an Bord eines Schif­fes beschäf­tigt sind, das in einem Staat, des­sen Staats­an­ge­hö­ri­ge sie nicht sind, regis­triert ist;
    4. bezeich­net der Aus­druck “Arbeit­neh­mer auf einer Off­shore-Anla­ge” einen Wan­der­ar­beit­neh­mer, der auf einer Off­shore-Anla­ge beschäf­tigt ist, die unter die Gerichts­bar­keit eines Staa­tes fällt, des­sen Staats­an­ge­hö­ri­ger er nicht ist;
    5. bezeich­net der Aus­druck “rei­sen­der Arbeit­neh­mer” einen Wan­der­ar­beit­neh­mer, der sei­nen gewöhn­li­chen Auf­ent­halt in einem Staat hat und wegen der Art sei­ner Arbeit für eine kur­ze Zeit in einen ande­ren Staat oder ande­re Staa­ten rei­sen muss;
    6. bezeich­net der Aus­druck “pro­jekt­ge­bun­de­ner Arbeit­neh­mer” einen Wan­der­ar­beit­neh­mer, der für eine bestimm­te Dau­er in einem Beschäf­ti­gungs­staat zuge­las­sen wor­den ist, um aus­schließ­lich an einem bestimm­ten Pro­jekt zu arbei­ten, das von sei­nem Arbeit­ge­ber in die­sem Staat durch­ge­führt wird;
    7. bezeich­net der Aus­druck “für eine bestimm­te Beschäf­ti­gung zuge­las­se­ner Arbeit­neh­mer” einen Wan­der­ar­beit­neh­mer,
      1. der von sei­nem Arbeit­ge­ber für eine bestimm­te befris­te­te Dau­er in einen Beschäf­ti­gungs­staat ent­sandt wor­den ist, um einen bestimm­ten Auf­trag oder eine bestimm­te Auf­ga­be zu erfül­len, oder
      2. der für eine bestimm­te befris­te­te Dau­er eine Arbeit über­nimmt, die fach­li­che, kauf­män­ni­sche, tech­ni­sche oder sons­ti­ge hoch­spe­zia­li­sier­te Kennt­nis­se erfor­dert, oder
      3. der auf Wunsch sei­nes Arbeit­ge­bers im Beschäf­ti­gungs­staat für eine bestimm­te befris­te­te Dau­er eine vor­über­ge­hen­de oder kurz­fris­ti­ge Tätig­keit über nimmt;
        und der ver­pflich­tet ist, den Beschäf­ti­gungs­staat ent­we­der bei Ablauf sei­ner geneh­mig­ten Auf­ent­halts­dau­er oder frü­her zu ver­las­sen, wenn er nicht mehr den bestimm­ten Auf­trag oder die bestimm­te Auf­ga­be erfüllt oder die anfäng­li­che Tätig­keit nicht mehr aus­übt;
    8. bezeich­net der Aus­druck “Selb­stän­di­ger” einen Wan­der­ar­beit­neh­mer, der eine Tätig­keit gegen Ent­gelt nicht im Rah­men eines Arbeits­ver­tra­ges aus­übt und sei­nen Lebens­un­ter­halt aus die­ser Tätig­keit bezieht, wobei er nor­ma­ler­wei­se allein oder zusam­men mit sei­nen Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen arbei­tet, und jeden ande­ren Wan­der­ar­beit­neh­mer, der nach den anzu­wen­den­den Rechts­vor­schrif­ten des Beschäf­ti­gungs­staa­tes oder nach zwei­sei­ti­gen oder mehr­sei­ti­gen Über­ein­künf­ten als Selb­stän­di­ger aner­kannt ist.

Arti­kel 3

Die­se Kon­ven­ti­on gilt nicht für

  1. von inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­tio­nen und Behör­den ent­sand­te oder beschäf­tig­te Per­so­nen oder von einem Staat außer­halb sei­nes Hoheits­ge­biets zur Wahr­neh­mung offi­zi­el­ler Auf­ga­ben ent­sand­te oder beschäf­tig­te Per­so­nen, deren Zulas­sung und Sta­tus im all­ge­mei­nen Völ­ker­recht oder in beson­de­ren inter­na­tio­na­len Abkom­men oder Über­ein­kom­men gere­gelt sind;
  2. Per­so­nen, die von einem Staat oder im Auf­trag eines Staa­tes außer­halb sei­nes Hoheits­ge­biets ent­sandt oder beschäf­tigt sind und bei Ent­wick­lungs­hil­fe­pro­gram­men oder sons­ti­gen Pro­gram­men der Zusam­men­ar­beit mit­wir­ken und deren Zulas­sung und Sta­tus in einem Abkom­men mit dem Beschäf­ti­gungs­staat gere­gelt sind und die nach die­sem Abkom­men nicht als Wan­der­ar­beit­neh­mer gel­ten;
  3. Per­so­nen, die sich in einem ande­ren Staat als ihrem Her­kunfts­staat als Kapi­tal­an­le­ger nie­der­las­sen;
  4. Flücht­lin­ge und Staa­ten­lo­se, sofern die ein­schlä­gi­gen inner­staat­li­chen Rechts­vor­schrif­ten des betref­fen­den Ver­trags­staa­tes oder die für die­sen Staat gel­ten­den inter­na­tio­na­len Instru­men­te nichts Gegen­tei­li­ges bestim­men;
  5. Stu­den­ten und Aus­zu­bil­den­de;
  6. See­leu­te und Arbeit­neh­mer auf einer Off­shore-Anla­ge, die nicht die Erlaub­nis haben, sich im Beschäf­ti­gungs­staat gewöhn­lich auf­zu­hal­ten und eine Tätig­keit gegen Ent­gelt aus­zu­üben.

Arti­kel 4

Im Sin­ne die­ser Kon­ven­ti­on bezeich­net der Aus­druck “Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge” die Per­so­nen, die mit Wan­der­ar­beit­neh­mern ver­hei­ra­tet sind oder mit ihnen Bezie­hun­gen unter­hal­ten, die nach den anzu­wen­den­den Rechts­vor­schrif­ten der Ehe ver­gleich­ba­re Wir­kun­gen haben, sowie ihre unter­halts­be­rech­tig­ten Kin­der und sons­ti­ge unter­halts­be­rech­tig­te Per­so­nen, die nach den anzu­wen­den­den Rechts­vor­schrif­ten oder nach den anzu­wen­den­den zwei­sei­ti­gen oder mehr­sei­ti­gen Über­ein­künf­ten zwi­schen den betref­fen­den Staa­ten als Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge aner­kannt sind.

Arti­kel 5

Im Sin­ne die­ser Kon­ven­ti­on gel­ten Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen

  1. als Per­so­nen, die über die erfor­der­li­chen Doku­men­te ver­fü­gen oder deren Sta­tus gere­gelt ist, wenn sie nach dem Recht des Beschäf­ti­gungs­staa­tes und nach den inter­na­tio­na­len Über­ein­künf­ten, deren Ver­trags­par­tei die­ser Staat ist, die Erlaub­nis haben, in den Beschäf­ti­gungs­staat ein­zu­rei­sen, sich dort auf­zu­hal­ten und eine Tätig­keit gegen Ent­gelt aus­zu­üben;
  2. als Per­so­nen, die nicht über die erfor­der­li­chen Doku­men­te ver­fü­gen oder deren Sta­tus nicht gere­gelt ist, wenn sie die nach Buch­sta­be a) vor­ge­se­he­nen Vor­aus­set­zun­gen nicht erfül­len.

Arti­kel 6

Im Sin­ne die­ser Kon­ven­ti­on

  1. bezeich­net der Aus­druck “Her­kunfts­staat” den Staat, des­sen Staats­an­ge­hö­ri­ger die betref­fen­de Per­son ist;
  2. bezeich­net der Aus­druck “Beschäf­ti­gungs­staat” den Staat, in dem der Wan­der­ar­beit­neh­mer eine Tätig­keit gegen Ent­gelt aus­üben wird, aus­übt oder gege­be­nen­falls aus­ge­übt hat;
  3. bezeich­net der Aus­druck “Durch­rei­se­staat” jeden Staat, durch den die betref­fen­de Per­son reist, um sich in den Beschäf­ti­gungs­staat oder vom Beschäf­ti­gungs­staat in den Her­kunfts­staat oder den Staat ihres gewöhn­li­chen Auf­ent­halts zu bege­ben.

Teil II – Nicht­dis­kri­mi­nie­rung in Bbe­zug auf Rech­te

Arti­kel 7

Jeder Ver­trags­staat die­ser Kon­ven­ti­on ver­pflich­tet sich gemäß den inter­na­tio­na­len Instru­men­ten über die Men­schen­rech­te, die in die­ser Kon­ven­ti­on nie­der­ge­leg­ten Rech­te zu ach­ten und sie allen in sei­nem Hoheits­ge­biet befind­li­chen und sei­ner Hoheits­ge­walt unter­ste­hen­den Wan­der­ar­beit­neh­mern und ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen zu gewäh­ren, ohne irgend­ei­nen Unter­schied, etwa nach Geschlecht, Ras­se, Haut­far­be, Spra­che, Reli­gi­on oder Welt­an­schau­ung, poli­ti­scher oder sons­ti­ger Über­zeu­gung, natio­na­ler, eth­ni­scher oder sozia­ler Her­kunft, Staats­an­ge­hö­rig­keit, Alter, wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen, Ver­mö­gen, Fami­li­en­stand, Geburt oder sons­ti­gem Stand.

Teil III – Die Men­schen­rech­te aller Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen

Arti­kel 8

  1. Wan­der­ar­beit­neh­mern und ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen steht es frei, jeden Staat ein­schließ­lich ihres Her­kunfts­staa­tes zu ver­las­sen. Die­ses Recht darf nur ein­ge­schränkt wer­den, wenn dies gesetz­lich vor­ge­se­hen und zum Schutz der natio­na­len Sicher­heit, der öffent­li­chen Ord­nung (ord­re public), der öffent­li­chen Gesund­heit, der öffent­li­chen Sitt­lich­keit oder der Rech­te und Frei­hei­ten ande­rer not­wen­dig ist und die Ein­schrän­kun­gen mit den übri­gen in die­sem Teil der Kon­ven­ti­on aner­kann­ten Rech­ten ver­ein­bar sind.
  2. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen haben das Recht, jeder­zeit in ihren Her­kunfts­staat ein­zu­rei­sen und dort zu blei­ben.

Arti­kel 9

Das Recht auf Leben der Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen ist gesetz­lich zu schüt­zen.

Arti­kel 10

Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen dür­fen nicht der Fol­ter oder grau­sa­mer, unmensch­li­cher oder ernied­ri­gen­der Behand­lung oder Stra­fe unter­wor­fen wer­den.

Arti­kel 11

  1. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen dür­fen nicht in Skla­ve­rei oder Leib­ei­gen­schaft gehal­ten wer­den.
  2. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen dür­fen nicht gezwun­gen wer­den, Zwangs- oder Pflicht­ar­beit zu ver­rich­ten.
  3. Absatz 2 ist nicht so aus­zu­le­gen, dass er in Staa­ten, in denen bestimm­te Straf­ta­ten mit einem mit Zwangs­ar­beit ver­bun­de­nen Frei­heits­ent­zug geahn­det wer­den kön­nen, die Ver­rich­tung von Zwangs­ar­beit auf­grund einer ent­spre­chen­den Ver­ur­tei­lung durch ein zu stän­di­ges Gericht aus­schließt.
  4. Als “Zwangs- oder Pflicht­ar­beit” im Sin­ne die­ses Arti­kels gilt nicht:
    1. eine in Absatz 3 nicht genann­te Arbeit oder Dienst­leis­tung, die nor­ma­ler­wei­se von einer Per­son ver­langt wird, der auf­grund einer recht­mä­ßi­gen Gerichts­ent­schei­dung die Frei­heit ent­zo­gen oder die aus einem sol­chen Frei­heits­ent­zug bedingt ent­las­sen wor­den ist;
    2. eine Dienst­leis­tung im Fal­le von Not­stän­den oder Kata­stro­phen, die das Leben oder das Wohl der Gemein­schaft bedro­hen;
    3. eine Arbeit oder Dienst­leis­tung, die zu den nor­ma­len Bür­ger­pflich­ten gehört, soweit sie auch von den Staats­bür­gern des betref­fen­den Staa­tes ver­langt wer­den.

Arti­kel 12

  1. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen haben das Recht auf Gedanken‑, Gewis­sens- und Reli­gi­ons­frei­heit. Die­ses Recht schließt die Frei­heit ein, eine Reli­gi­on oder eine Welt­an­schau­ung eige­ner Wahl zu haben oder anzu­neh­men und die Frei­heit, ihre Reli­gi­on oder Welt­an­schau­ung allein oder in Gemein­schaft mit ande­ren, öffent­lich oder pri­vat, durch Got­tes­dienst, Kult­hand­lun­gen, Aus­übung und Leh­re zu beken­nen.
  2. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen dür­fen kei­nem Zwang aus­ge­setzt wer­den, der ihre Frei­heit, eine Reli­gi­on oder eine Welt­an­schau­ung ihrer Wahl zu haben oder anzu­neh­men, beein­träch­ti­gen wür­de.
  3. Die Frei­heit, sei­ne Reli­gi­on oder Welt­an­schau­ung zu bekun­den, darf nur den gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Ein­schrän­kun­gen unter­wor­fen wer­den, die zum Schutz der öffent­li­chen Sicher­heit, Ord­nung, Gesund­heit oder Sitt­lich­keit oder der Grund­rech­te und ‑frei­hei­ten ande­rer erfor­der­lich sind.
  4. Die Ver­trags­staa­ten die­ser Kon­ven­ti­on ver­pflich­ten sich, die Frei­heit der Eltern, von denen min­des­tens einer Wan­der­ar­beit­neh­mer ist, und gege­be­nen­falls der gesetz­li­chen Vor­mun­de, für die reli­giö­se und sitt­li­che Erzie­hung ihrer Kin­der gemäß ihren eige­nen Über­zeu­gun­gen zu sor­gen, zu ach­ten.

Arti­kel 13

  1. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen haben das Recht auf unbe­hin­der­te Mei­nungs­frei­heit.
  2. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen haben das Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung; die­ses Recht schließt die Frei­heit ein, ohne Rück­sicht auf Gren­zen Infor­ma­tio­nen und Gedan­ken­gut jeder Art in Wort, Schrift oder Druck, durch Kunst­wer­ke oder ande­re Mit­tel eige­ner Wahl zu suchen, zu emp­fan­gen und zu ver­brei­ten.
  3. Die Aus­übung der in Absatz 2 vor­ge­se­he­nen Rech­te ist mit beson­de­ren Pflich­ten und einer beson­de­ren Ver­ant­wor­tung ver­bun­den. Sie kann daher bestimm­ten Ein­schrän­kun­gen unter­wor­fen wer­den, die jedoch gesetz­lich vor­ge­se­hen und erfor­der­lich sein müs­sen:
    1. für die Ach­tung der Rech­te oder des Rufs ande­rer;
    2. für den Schutz der natio­na­len Sicher­heit der betref­fen­den Staa­ten, der öffent­li­chen Ord­nung (ord­re public), der öffent­li­chen Gesund­heit oder der öffent­li­chen Sitt­lich­keit;
    3. um jede Kriegs­pro­pa­gan­da zu ver­hin­dern;
    4. um jedes Ein­tre­ten für natio­na­len, ras­si­schen oder reli­giö­sen Hass zu ver­hin­dern, das zu Dis­kri­mi­nie­rung, Feind­se­lig­keit und Gewalt auf­sta­chelt.

Arti­kel 14

Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen dür­fen kei­nen will­kür­li­chen oder rechts­wid­ri­gen Ein­grif­fen in ihr Pri­vat­le­ben, ihre Fami­lie, ihre Woh­nung, ihren Schrift­ver­kehr oder sons­ti­gen Nach­rich­ten­ver­kehr oder rechts­wid­ri­gen Beein­träch­ti­gun­gen ihrer Ehre und ihre Rufes aus­ge­setzt wer­den. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen haben Anspruch auf gesetz­li­chen Schutz vor sol­chen Ein­grif­fen oder Beein­träch­ti­gun­gen.

Arti­kel 15

Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen dür­fen nicht will­kür­lich ihres Eigen­tums beraubt wer­den, gleich­viel ob sie die­ses allein oder in Gemein­schaft mit ande­ren inne­ha­ben. Wenn Wan­der­ar­beit­neh­mer oder ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen nach den im Beschäf­ti­gungs­staat gel­ten­den Rechts­vor­schrif­ten ganz oder teil­wei­se ent­eig­net wer­den, haben sie Anspruch auf eine gerech­te und ange­mes­se­ne Ent­schä­di­gung.

Arti­kel 16

  1. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen haben ein Recht auf per­sön­li­che Frei­heit und Sicher­heit.
  2. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen haben Anspruch auf den tat­säch­li­chen Schutz des Staa­tes vor Gewalt, kör­per­li­cher Schä­di­gung, Dro­hun­gen und Ein­schüch­te­rung, sei es durch Amts­per­so­nen oder Pri­vat­per­so­nen, Grup­pen oder Insti­tu­tio­nen.
  3. Alle Über­prü­fun­gen der Iden­ti­tät von Wan­der­ar­beit­neh­mern und ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen durch Poli­zei­be­am­te sind gemäß den gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Ver­fah­ren durch­zu­füh­ren.
  4. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen dür­fen nicht, weder ein­zeln noch in Grup­pen, will­kür­lich fest­ge­nom­men oder in Haft gehal­ten wer­den; ihre Frei­heit darf ihnen nicht ent­zo­gen wer­den, es sei denn aus gesetz­lich bestimm­ten Grün­den und unter Beach­tung des im Gesetz vor­ge­schrie­be­nen Ver­fah­rens.
  5. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, die fest­ge­nom­men wer­den, sind bei ihrer Fest­nah­me, soweit mög­lich in einer ihnen ver­ständ­li­chen Spra­che, über die Grün­de der Fest­nah­me zu unter­rich­ten, und die gegen sie erho­be­nen Beschul­di­gun­gen sind ihnen unver­züg­lich in einer ihnen ver­ständ­li­chen Spra­che mit­zu­tei­len.
  6. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, die unter dem Vor­wurf einer straf­ba­ren Hand­lung fest­ge­nom­men oder in Haft gehal­ten wer­den, müs­sen unver­züg­lich einem Rich­ter oder einer ande­ren gesetz­lich zur Aus­übung rich­ter­li­cher Funk­tio­nen ermäch­tig­ten Amts­per­son vor­ge­führt wer­den und haben Anspruch auf ein Gerichts­ver­fah­ren inner­halb einer ange­mes­se­nen Frist oder auf Ent­las­sung aus der Haft. Es darf nicht die all­ge­mei­ne Regel sein, dass Per­so­nen, die eine gericht­li­che Abur­tei­lung erwar­ten, in Haft gehal­ten wer­den, doch kann die Frei­las­sung davon abhän­gig gemacht wer­den, dass für das Erschei­nen zur Ver­hand­lung oder zu jeder ande­ren Ver­fah­rens­hand­lung und gege­be­nen­falls zur Voll­stre­ckung des Urteils Sicher­heit geleis­tet wird.
  7. Wird ein Wan­der­ar­beit­neh­mer oder einer sei­ner Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen fest­ge­nom­men oder in Straf­haft oder Unter­su­chungs­haft genom­men oder auf sons­ti­ge Wei­se in Haft gehal­ten:
    1. sind die kon­su­la­ri­schen oder diplo­ma­ti­schen Behör­den sei­nes Her­kunfts­staa­tes oder eines Staa­tes, der die Inter­es­sen die­ses Staa­tes ver­tritt, auf Ver­lan­gen des Betrof­fe­nen unver­züg­lich von sei­ner Fest­nah­me oder sei­ner Haft und den Grün­den dafür zu unter­rich­ten;
    2. ist der Betrof­fe­ne berech­tigt, mit den genann­ten Behör­den in Ver­bin­dung zu tre­ten. Jede von dem Betrof­fe­nen an die genann­ten Behör­den gerich­te­te Mit­tei­lung ist unver­züg­lich wei­ter­zu­lei­ten, und der Betrof­fe­ne ist auch berech­tigt, Mit­tei­lun­gen die­ser Behör­den unver­züg­lich zu erhal­ten;
    3. ist der Betrof­fe­ne unver­züg­lich über die­ses Recht zu unter­rich­ten sowie über die aus ein­schlä­gi­gen Ver­trä­gen, soweit sie zwi­schen den betref­fen­den Staa­ten anwend­bar sind, her­rüh­ren­den Rech­te, mit den Ver­tre­tern der genann­ten Behör­den zu kor­re­spon­die­ren und zuspre­chen und mit ihnen Vor­keh­run­gen für sei­ne recht­li­che Ver­tre­tung zu tref­fen.
  8. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, denen ihre Frei­heit durch Fest­nah­me oder Haft ent­zo­gen ist, haben das Recht, ein Ver­fah­ren vor einem Gericht zu bean­tra­gen, damit die­ses unver­züg­lich über die Recht­mä­ßig­keit der Frei­heits­ent­zie­hung ent­schei­den und ihre Ent­las­sung anord­nen kann, falls die Frei­heits­ent­zie­hung nicht recht­mä­ßig ist. Bei die­sem Ver­fah­ren ist, erfor­der­li­chen­falls unent­gelt­lich, ein Dol­met­scher bei­zu­zie­hen, wenn die Betrof­fe­nen die gespro­che­ne Spra­che nicht ver­ste­hen oder nicht spre­chen.
  9. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, die unrecht­mä­ßig fest­ge­nom­men oder in Haft gehal­ten wor­den sind, haben Anspruch auf Ent­schä­di­gung.

Arti­kel 17

  1. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, denen ihre Frei­heit ent­zo­gen ist, sind mensch­lich und mit Ach­tung vor der dem Men­schen inne­woh­nen­den Wür­de und vor ihrer kul­tu­rel­len Iden­ti­tät zu behan­deln.
  2. Beschul­dig­te Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre beschul­dig­ten Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen sind, abge­se­hen von außer­ge­wöhn­li­chen Umstän­den, von Ver­ur­teil­ten zu tren­nen und so zu behan­deln, wie es ihrer Stel­lung als Nicht­ver­ur­teil­te ent­spricht. Jugend­li­che Beschul­dig­te sind von Erwach­se­nen zu tren­nen, und es hat so schnell wie mög­lich ein Urteil zu erge­hen.
  3. Ein Wan­der­ar­beit­neh­mer oder einer sei­ner Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, der in einem Durch­rei­se- oder Beschäf­ti­gungs­staat wegen Ver­sto­ßes gegen aus­län­der­recht­li­che Vor­schrif­ten in Haft gehal­ten wird, ist, soweit mög­lich, von Ver­ur­teil­ten oder Unter­su­chungs­ge­fan­ge­nen getrennt unter­zu­brin­gen.
  4. Wäh­rend der Zeit der Straf­ge­fan­gen­schaft auf­grund eines von einem Gericht ver­häng­ten Urteils hat die Behand­lung eines Wan­der­ar­beit­neh­mers oder eines sei­ner Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen vor­nehm­lich auf sei­ne Bes­se­rung und gesell­schaft­li­che Wie­der­ein­glie­de­rung hin­zu­zie­hen. Jugend­li­che Straf­fäl­li­ge sind von Erwach­se­nen zu tren­nen und ihrem Alter und ihrer Rechts­stel­lung ent­spre­chend zu behan­deln.
  5. Wäh­rend der Haft oder der Straf­ge­fan­gen­schaft haben Wan­der­ar­beit­neh­mer oder ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen die glei­chen Rech­te auf Besuch durch Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge wie die Staats­an­ge­hö­ri­gen des betref­fen­den Staa­tes.
  6. Wenn einem Wan­der­ar­beit­neh­mer die Frei­heit ent­zo­gen ist, haben die zustän­di­gen Behör­den des betref­fen­den Staa­tes den Pro­ble­men beson­de­re Auf­merk­sam­keit zu schen­ken, die den Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen die­ses Wan­der­ar­beit­neh­mers, vor allem dem Ehe­gat­ten und den min­der­jäh­ri­gen Kin­dern, ent­ste­hen kön­nen.
  7. Alle Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, die irgend­ei­ner Form der Haft oder der Straf­ge­fan­gen­schaft ent­spre­chend den im Beschäf­ti­gungs­staat oder Durch­rei­se­staat gel­ten­den Rechts­vor­schrif­ten unter­wor­fen wer­den, haben die glei­chen Rech­te wie die Staats­an­ge­hö­ri­gen des betref­fen­den Staa­tes, die sich in der glei­chen Lage befin­den.
  8. Wird ein Wan­der­ar­beit­neh­mer oder einer sei­ner Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen fest­ge­nom­men, um zu über­prü­fen, ob ein Ver­stoß gegen aus­län­der­recht lie­he Vor­schrif­ten vor­liegt, hat er kei­ner­lei dar­aus ent­ste­hen­de Kos­ten zu tra­gen.

Arti­kel 18

  1. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen haben vor den Gerich­ten die glei­chen Rech­te wie die Staats­an­ge­hö­ri­gen des betref­fen­den Staa­tes. Sie haben Anspruch dar­auf, dass über eine gegen sie erho­be­ne straf­recht­li­che Ankla­ge oder ihre zivil­recht­li­chen Ansprü­che und Ver­pflich­tun­gen durch ein zustän­di­ges, unab­hän­gi­ges, unpar­tei­isches und auf dem Gesetz beru­hen­des Gericht in bil­li­ger Wei­se und öffent­lich ver­han­delt wird.
  2. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, die wegen einer straf­ba­ren Hand­lung ange­klagt sind, haben Anspruch dar­auf, bis zum gesetz­li­chen Nach­weis ihrer Schuld als unschul­dig zu gel­ten.
  3. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, die wegen einer straf­ba­ren Hand­lung ange­klagt sind, haben Anspruch auf fol­gen­de Min­dest­ga­ran­tien:
    1. sie sind unver­züg­lich und im ein­zel­nen in einer ihnen ver­ständ­li­chen Spra­che über die Art und den Grund der gegen sie erho­be­nen Beschul­di­gung in Kennt­nis zu set­zen;
    2. sie müs­sen über aus­rei­chen­de Zeit und Gele­gen­heit zur Vor­be­rei­tung ihrer Ver­tei­di­gung und zum Ver­kehr mit einem Ver­tei­di­ger ihrer Wahl ver­fü­gen;
    3. es muß ohne unan­ge­mes­se­ne Ver­zö­ge­rung ein Urteil erge­hen;
    4. sie haben das Recht, bei der Ver­hand­lung anwe­send zu sein und sich selbst zu ver­tei­di­gen oder durch einen Ver­tei­di­ger ihrer Wahl ver­tei­di­gen zu las­sen; falls sie kei­nen Ver­tei­di­ger haben, sind sie über das Recht, einen Ver­tei­di­ger in Anspruch zu neh­men, zu unter­rich­ten; wenn es im Inter­es­se der Rechts­pfle­ge erfor­der­lich ist, ist ihnen ein Pflicht­ver­tei­di­ger zu bestel­len, und zwar unent­gelt­lich, falls sie nicht über die Mit­tel zu sei­ner Bezah­lung ver­fü­gen;
    5. sie kön­nen Fra­gen an die Belas­tungs­zeu­gen stel­len oder stel­len las­sen und die Ladung und die Ver­neh­mung der Ent­las­tungs­zeu­gen unter den­sel­ben Bedin­gun­gen wie für die Belas­tungs­zeu­gen erwir­ken;
    6. sie kön­nen die unent­gelt­li­che Bei­zie­hung eines Dol­met­schers ver­lan­gen, wenn sie die Ver­hand­lungs­spra­che des Gerichts nicht ver­ste­hen oder nicht spre­chen;
    7. sie kön­nen nicht gezwun­gen wer­den, gegen sich selbst als Zeu­gen aus­zu­sa­gen oder sich schul­dig zu beken­nen.
  4. Gegen Jugend­li­che ist das Ver­fah­ren in einer Wei­se zu füh­ren, die ihrem Alter und ihrer erwünsch­ten Wie­der­ein­glie­de­rung in die Gesell­schaft Rech­nung trägt.
  5. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, die wegen einer straf­ba­ren Hand­lung ver­ur­teilt wor­den sind, haben das Recht, das Urteil ent­spre­chend dem Gesetz durch ein höhe­res Gericht nach­prü­fen zu las­sen.
  6. Sind Wan­der­ar­beit­neh­mer oder ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen wegen einer straf­ba­ren Hand­lung rechts­kräf­tig ver­ur­teilt und ist das Urteil spä­ter auf­ge­ho­ben oder der Ver­ur­teil­te begna­digt wor­den, weil eine neue oder neu bekannt gewor­de­ne Tat­sa­che schlüs­sig beweist, dass ein Fehl­ur­teil vor­lag, so sind die­je­ni­gen, die auf­grund eines sol­chen Urteils eine Stra­fe ver­büßt haben, ent­spre­chend dem Gesetz zu ent­schä­di­gen, sofern nicht nach­ge­wie­sen wird, dass das nicht recht­zei­ti­ge Bekannt­wer­den der betref­fen­den Tat­sa­che ganz oder teil­wei­se ihnen zuzu­schrei­ben ist.
  7. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen dür­fen wegen einer straf­ba­ren Hand­lung, wegen der sie bereits nach dem Gesetz und dem Straf­ver­fah­rens recht des jewei­li­gen Staa­tes rechts­kräf­tig ver­ur­teilt oder frei­ge­spro­chen wor­den sind, nicht erneut ver­folgt oder bestraft wer­den.

Arti­kel 19

  1. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen dür­fen nicht wegen einer Hand­lung oder Unter­las­sung ver­ur­teilt wer­den, die zur Zeit ihrer Bege­hung nach inlän­di­schem oder nach inter­na­tio­na­lem Recht nicht straf­bar war; eben­so darf kei­ne schwe­re­re Stra­fe als die im Zeit­punkt der Bege­hung der straf­ba­ren Hand­lung ange­droh­te Stra­fe ver­hängt wer­den. Wird nach Bege­hung der straf­ba­ren Hand­lung durch Gesetz eine mil­de­re Stra­fe ein­ge­führt, so ist die­se anzu­wen­den.
  2. Bei Fest­set­zung einer Stra­fe wegen einer von Wan­der­ar­beit­neh­mern oder ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen began­ge­nen straf­ba­ren Hand­lung soll­ten huma­ni­tä­re Über­le­gun­gen im Zusam­men­hang mit ihrem Sta­tus, ins­be­son­de­re im Hin­blick auf ihre Auf­ent­halts- oder Arbeits­er­laub­nis, berück­sich­tigt wer­den.

Arti­kel 20

  1. Die Inhaft­nah­me von Wan­der­ar­beit­neh­mern und ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen darf nicht nur des­halb erfol­gen, weil sie es ver­säumt haben, eine ver­trag­li­che Ver­pflich­tung zu erfül­len.
  2. Der Ent­zug der Auf­ent­halts- oder Arbeits­er­laub­nis oder die Aus­wei­sung darf nicht nur des­halb erfol­gen, weil sie es ver­säumt haben, eine Ver­pflich­tung aus dem Arbeits­ver­trag zu erfül­len, es sei denn, die Erfül­lung die­ser Ver­pflich­tung ist eine Vor­aus­set­zung für die Ertei­lung der Auf­ent­halts- oder Arbeits­er­laub­nis.

Arti­kel 21

Nie­mand außer einer gesetz­lich befug­ten Amts­per­son hat das Recht, Aus­weis­pa­pie­re, Doku­men­te, die zur Ein­rei­se oder zum Ver­bleib, zum Auf­ent­halt oder zur Nie­der­las­sung im Hoheits­ge­biet des Staa­tes berech­ti­gen, oder Arbeits­er­laub­nis­se ein­zu­zie­hen, zu ver­nich­ten oder zu ver­su­chen, die­se zu ver­nich­ten. Eine ord­nungs­ge­mä­ße Ein­zie­hung sol­cher Doku­men­te darf nur bei Aus­stel­lung einer detail­lier­ten Quit­tung erfol­gen. Es ist auf kei­nen Fall gestat­tet, Rei­se­päs­se oder gleich­wer­ti­ge Doku­men­te von Wan­der­ar­beit­neh­mern oder ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen zu ver­nich­ten.

Arti­kel 22

  1. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen dür­fen kei­nen Maß­nah­men der kol­lek­ti­ven Aus­wei­sung unter­wor­fen wer­den. Jeder Aus­wei­sungs­fall ist ein­zeln zu prü­fen und zu ent­schei­den.
  2. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen dür­fen nur auf­grund einer von der zustän­di­gen Behör­de ent­spre­chend dem Gesetz getrof­fe­nen Ent­schei­dung aus dem Hoheits­ge­biet eines Ver­trags­staa­tes aus gewie­sen wer­den.
  3. Die Ent­schei­dung ist ihnen in einer ihnen ver­ständ­li­chen Spra­che mit­zu­tei­len. Sofern dies nicht ohne­hin zwin­gend ist, ist ihnen die Ent­schei­dung auf Antrag schrift­lich mit­zu­tei­len, und die Ent­schei­dungs­grün­de sind, abge­se­hen von durch die natio­na­le Sicher­heit gerecht­fer­tig­ten außer­ge­wöhn­li­chen Umstän­de, eben­so anzu­ge­ben. Der Betrof­fe­ne ist über sei­ne Rech­te zu unter­rich­ten, bevor die Ent­schei­dung getrof­fen wird oder spä­tes­tens dann, wenn sie getrof­fen wird.
  4. Außer in den Fäl­len, in denen die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung durch eine Gerichts­be­hör­de ergeht, hat der Betrof­fe­ne das Recht, Grün­de gegen sei­ne Aus­wei­sung gel­tend zu machen und sei­nen Fall durch die zustän­di­ge Behör­de über­prü­fen zu las­sen, sofern dem nicht zwin­gen­de Grün­de der natio­na­len Sicher­heit ent­ge­gen­ste­hen. In Erwar­tung die­ser Über­prü­fung hat der Betrof­fe­ne das Recht, die Aus­set­zung des Aus­wei­sungs­be­schlus­ses zu bean­tra­gen.
  5. Wenn ein bereits Voll­stre­cker Aus­wei­sungs­be­schluss spä­ter auf­ge­ho­ben wird, hat der Betrof­fe­ne das Recht, ent­spre­chend dem Gesetz Ent­schä­di­gung zu bean­tra­gen, und die frü­he­re Ent­schei­dung darf nicht her­an­ge­zo­gen wer­den, um ihn an der Rück­kehr in den betref­fen­den Staat zu hin­dern.
  6. Im Fal­le der Aus­wei­sung ist dem Betrof­fe­nen vor oder nach der Abrei­se ange­mes­sen Gele­gen­heit zu geben, sich alle Lohn­an­sprü­che und sons­ti­gen Ansprü­che, die er gege­be­nen­falls hat, abgel­ten zu las­sen und alle offe­nen Ver­pflich­tun­gen zu regeln.
  7. Unbe­scha­det der Voll­stre­ckung eines Aus­wei­sungs­be­schlus­ses kön­nen Wan­der­ar­beit­neh­mer oder ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, die von einem sol­chen Beschluss betrof­fen sind, um Auf­nah­me in einem ande­ren Staat als ihrem Her­kunfts­staat ersu­chen.
  8. Im Fal­le der Aus­wei­sung eines Wan­der­ar­beit­neh­mers oder eines sei­ner Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen hat der Betrof­fe­ne die Aus­wei­sungs­kos­ten nicht zu tra­gen. Es kann von dem Betrof­fe­nen ver­langt wer­den, dass er sei­ne Rei­se­kos­ten bezahlt.
  9. Die Aus­wei­sung aus dem Beschäf­ti­gungs­staat allein darf sich nicht nach­tei­lig auf die Ansprü­che aus­wir­ken, die ein Wan­der­ar­beit­neh­mer oder einer sei­ner Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen nach den Rechts­vor­schrif­ten die­ses Staa­tes erwor­ben hat. ein­schließ­lich des Anspru­ches auf Erhalt des Lohns und der sons­ti­gen Leis­tun­gen, die ihm zuste­hen.

Arti­kel 23

Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen haben das Recht, den Schutz und Bei­stand der kon­su­la­ri­schen und diplo­ma­ti­schen Behör­den ihres Her­kunfts­staa­tes oder eines die Inter­es­sen die­ses Staa­tes ver­tre­ten­den Staa­tes in Anspruch zu neh­men, wenn die in die­ser Kon­ven­ti­on aner­kann­ten Rech­te beein­träch­tigt wer­den. Ins­be­son­de­re im Fal­le der Aus­wei­sung ist der Betrof­fe­ne unver­züg­lich über die­ses Recht zu unter­rich­ten, und die Behör­den des aus­wei­sen­den Staa­tes haben die Aus­übung die­ses Rech­tes zu erleich­tern.

Arti­kel 24

Jeder Wan­der­ar­beit­neh­mer und jeder sei­ner Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen hat über­all Anspruch auf Aner­ken­nung als Rechts­per­son.

Arti­kel 25

  1. Wan­der­ar­beit­neh­mern ist eine Behand­lung zu gewäh­ren, die nicht weni­ger güns­tig sein darf als die für die Staats­an­ge­hö­ri­gen des Beschäf­ti­gungs­staa­tes vor­ge­se­he­ne Behand­lung in bezug auf das Arbeits­ent­gelt und:
    1. ande­re Arbeits­be­din­gun­gen, das heißt Über­stun­den, Arbeits­zeit, wöchent­li­che Ruhe­zei­len, bezahl­ter Jah­res­ur­laub, Arbeits­schutz, Gesund­heits­schutz, die Been­di­gung des Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­ses und alle ande­ren Arbeits­be­din­gun­gen, die nach den inner­staat­li­chen Rechts­vor­schrif­ten und Gepflo­gen­hei­ten unter die­sen Begriff fal­len;
    2. ande­re Beschäf­ti­gungs­be­din­gun­gen, das heißt das Min­dest­be­schäf­ti­gungs­al­ter, die Ein­schrän­kung der Heim­ar­beit und alle ande­ren Fra­gen, die nach den inner­staat­li­chen Rechts­vor­schrif­ten und Gepflo­gen­hei­ten als Beschäf­ti­gungs­be­din­gun­gen gehen.
  2. Es ist nicht zuläs­sig, in pri­va­ten Arbeits­ver­trä­gen von dem in Absatz 1 genann­ten Grund­satz der Gleich­be­hand­lung abzu­wei­chen.
  3. Die Ver­trags­staa­ten haben alle geeig­ne­ten Maß­nah­men zu ergrei­fen, um sicher­zu­stel­len, dass Wan­der­ar­beit­neh­mer wegen der Irre­gu­la­ri­tät ihres Auf­ent­halts oder ihrer Beschäf­ti­gung kei­nes der sich aus die­sem Grund­satz erge­ben­den Rech­te ver­lie­ren. Ins­be­son­de­re darf eine sol­che Irre­gu­la­ri­tät die Arbeit­ge­ber nicht irgend­wel­cher recht­li­cher oder ver­trag­li­cher Ver­pflich­tun­gen ent­he­ben, noch irgend­ei­ne Ein­schrän­kung die­ser Ver­pflich­tun­gen zur Fol­ge haben.

Arti­kel 26

  1. Die Ver­trags­staa­ten aner­ken­nen das Recht der Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen:
    1. an Ver­samm­lun­gen und Tätig­kei­ten von Gewerk­schaf­ten und ande­ren Ver­ei­ni­gun­gen teil­zu­neh­men, die ent­spre­chend dem Gesetz gegrün­det wur­den, um deren wirt­schaft­li­che, sozia­le, kul­tu­rel­le und sons­ti­ge Inter­es­sen zu schüt­zen, allein nach Maß­ga­be der Vor­schrif­ten der betref­fen­den Orga­ni­sa­tio­nen;
    2. jeder Gewerk­schaft und jeder die­ser Ver­ei­ni­gun­gen frei bei­zu­tre­ten, allein nach Maß­ga­be der Vor­schrif­ten der betref­fen­den Orga­ni­sa­ti­on;
    3. um die Hil­fe und den Bei­stand jeder Gewerk­schaft und jeder die­ser Ver­ei­ni­gun­gen nach­zu­su­chen.
  2. Die Aus­übung die­ser Rech­te darf nur sol­chen Ein­schrän­kun­gen unter­wor­fen wer­den, die gesetz­lich vor­ge­se­hen und in einer demo­kra­ti­schen Gesell­schaft im Inter­es­se der natio­na­len Sicher­heit oder der öffent­li­chen Ord­nung (ord­re public) oder zum Schutz der Rech­te und Frei­hei­ten ande­rer erfor­der­lich sind.

Arti­kel 27

  1. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen genie­ßen im Beschäf­ti­gungs­staat in bezug auf die sozia­le Sicher­heit die glei­che Behand­lung wie die Staats­an­ge­hö­ri­gen die­ses Staa­tes, soweit sie die nach den anzu­wen­den­den Rechts­vor­schrif­ten die­ses Staa­tes und den anzu­wen­den­den zwei­sei­ti­gen oder mehr­sei­ti­gen Ver­trä­gen erfor­der­li­chen Vor­aus­set­zun­gen erfül­len. Die zustän­di­gen Behör­den des Her­kunfts­staa­tes und des Beschäf­ti­gungs­staa­tes kön­nen jeder­zeit die erfor­der­li­chen Vor­keh­run­gen tref­fen, um die Ein­zel­hei­ten der Anwen­dung die­ser Norm fest­zu­le­gen.
  2. Wenn Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen nach den gel­ten­den Rechts­vor­schrif­ten eine Leis­tung nicht erhal­ten kön­nen, prü­fen die betref­fen­den Staa­ten die Mög­lich­keit, den Betrof­fe­nen die Bei­trä­ge in der für die­se Leis­tung ent­rich­te­ten Höhe zu erstat­ten, unter Zugrun­de­le­gung der Behand­lung, die den eige­nen Staats­an­ge­hö­ri­gen gewährt wird, die sich in einer ähn­li­chen Lage befin­den.

Arti­kel 28

Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen haben das Recht, jede ärzt­li­che Ver­sor­gung, die für die Erhal­tung ihres Lebens oder die Ver­mei­dung einer nicht wie­der­gut­zu­ma­chen­den Schä­di­gung ihrer Gesund­heit drin­gend erfor­der­lich ist, auf der Grund­la­ge der Gleich­be­hand­lung mit den Staats­an­ge­hö­ri­gen des betref­fen­den Staa­tes zu erhal­ten. Die­se drin­gen­de ärzt­li­che Ver­sor­gung darf ihnen wegen einer etwai­gen Irre­gu­la­ri­tät in bezug auf Auf­ent­halt oder Beschäf­ti­gung nicht ver­wei­gert wer­den.

Arti­kel 29

Alle Kin­der von Wan­der­ar­beit­neh­mern haben das Recht auf einen Namen, auf Regis­trie­rung ihrer Geburt und auf eine Staats­an­ge­hö­rig­keit.

Arti­kel 30

Alle Kin­der von Wan­der­ar­beit­neh­mern haben auf der Grund­la­ge der Gleich­be­hand­lung mit den Staats­an­ge­hö­ri­gen des betref­fen­den Staa­tes das grund­le­gen­de Recht auf Zugang zur Bil­dung. Der Zugang zu öffent­li­chen Vor­schul­ein­rich­tun­gen oder Schu­len darf wegen des nicht gere­gel­ten Sta­tus eines Eltern­teils in bezug auf Auf­ent­halt oder Beschäf­ti­gung oder wegen der Irre­gu­la­ri­tät des Auf­ent­halts des Kin­des im Beschäf­ti­gungs­staat nicht ver­wei­gert oder ein­ge­schränkt wer­den.

Arti­kel 31

  1. Die Ver­trags­staa­ten tra­gen für die Ach­tung der kul­tu­rel­len Iden­ti­tät der Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen Sor­ge und hin­dern sie nicht dar­an, ihre kul­tu­rel­len Bin­dun­gen zu ihrem Her­kunfts­staat zu wah­ren.
  2. Die Ver­trags­staa­ten kön­nen geeig­ne­te Maß­nah­men ergrei­fen, um dies­be­züg­li­che Anstren­gun­gen zu unter­stüt­zen und zu för­dern.

Arti­kel 32

Bei Been­di­gung ihres Auf­ent­halts im Beschäf­ti­gungs­staat haben Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen das Recht, ihre Ein­künf­te und Erspar­nis­se zu über­wei­sen und, ent­spre­chend den anwend­ba­ren Rechts­vor­schrif­ten der betref­fen­den Staa­ten, ihre per­sön­li­che Habe und per­sön­li­chen Gegen­stän­de mit­zu­neh­men.

Arti­kel 33

  1. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen haben das Recht, vom Her­kunfts­staat, vom Beschäf­ti­gungs­staat oder gege­be­nen­falls vom Durch­rei­se­staat Aus­künf­te zu erhal­ten über:
    1. ihre Rech­te auf­grund die­ser Kon­ven­ti­on;
    2. die Vor­aus­set­zun­gen für ihre Zulas­sung, ihre Rech­te und Pflich­ten nach den Rechts­vor­schrif­ten und Gepflo­gen­hei­ten des betref­fen­den Staa­tes sowie alle sons­ti­gen Fra­gen, die sie in die Lage ver­set­zen, die Ver­wal­tungs- und sons­ti­gen For­ma­li­tä­ten in die­sem Staat zu erfül­len.
  2. Die Ver­trags­staa­ten haben alle von ihnen für geeig­net gehal­te­nen Maß­nah­men zu ergrei­fen, um die­se Aus­künf­te zu ver­brei­ten oder dafür Sor­ge zu tra­gen, dass sie von den Arbeit­ge­bern, Gewerk­schaf­ten oder ande­ren geeig­ne­ten Stel­len oder Ein­rich­tun­gen zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Gege­be­nen­falls haben sie mit ande­ren betrof­fe­nen Staa­ten zusam­men­zu­ar­bei­ten.
  3. Die ent­spre­chen­den Aus­künf­te sind den Wan­der­ar­beit­neh­mern und ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen auf Anfra­ge kos­ten­los und, soweit wie mög­lich, in einer ihnen ver­ständ­li­chen Spra­che zur Ver­fü­gung zu stel­len.

Arti­kel 34

Die Bestim­mun­gen die­ses Teils der Kon­ven­ti­on befrei­en Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen nicht von der Ver­pflich­tung, die Geset­ze und sons­ti­gen Vor­schrif­ten eines Durch­rei­se­staa­tes sowie des Beschäf­ti­gungs­staa­tes ein­zu­hal­ten, oder von der Ver­pflich­tung, die kul­tu­rel­le Iden­ti­tät der Bewoh­ner die­ser Staa­ten zu ach­ten.

Arti­kel 35

Die Bestim­mun­gen die­ses Teils der Kon­ven­ti­on sind nicht dahin aus­zu­le­gen, dass sich dar­aus eine Regu­la­ri­sie­rung der Lage von Wan­der­ar­beit­neh­mern oder deren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, die nicht über die erfor­der­li­chen Doku­men­te ver­fü­gen oder deren Sta­tus nicht gere­gelt ist, oder ein Recht auf eine der­ar­ti­ge Regu­la­ri­sie­rung ihres Sta­tus her­lei­tet, noch berüh­ren sie die zur Gewähr­leis­tung ver­nünf­ti­ger und gerech­ter Bedin­gun­gen für die inter­na­tio­na­le Wan­de­rung gemäß Teil VI vor­ge­se­he­nen Maß­nah­men.

Teil IV – Sons­ti­ge Rech­te von Wan­der­ar­beit­neh­mern und ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, die über die erfor­der­li­chen Doku­men­te ver­fü­gen oder deren Sta­tus gere­gelt ist

Arti­kel 36

Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, die über die erfor­der­li­chen Doku­men­te ver­fü­gen oder deren Sta­tus im Beschäf­ti­gungs­staat gere­gelt ist, haben zusätz­lich zu den Rech­ten in Teil III die in die­sem Teil nie­der­ge­leg­ten Rech­te.

Arti­kel 37

Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen haben das Recht, vor ihrer Aus­rei­se oder spä­tes­tens bei ihrer Zulas­sung im Beschäf­ti­gungs­staat vom Her­kunfts­staat oder gege­be­nen­falls vom Beschäf­ti­gungs­staat voll­stän­di­ge Aus­künf­te zu erhal­ten über alle für ihre Zulas­sung gel­ten­den Vor­aus­set­zun­gen und ins­be­son­de­re die Vor­aus­set­zun­gen für ihren Auf­ent­halt und die Tätig­kei­ten gegen Ent­gelt, die sie aus­üben dür­fen, sowie über die Anfor­de­run­gen, die sie im Beschäf­ti­gungs­staat zu erfül­len haben, und die Behör­den, an die sie sich wegen einer Ände­rung der gel­ten­den Vor­aus­set­zun­gen zu wen­den haben.

Arti­kel 38

  1. Die Beschäf­ti­gungs­staa­ten haben alles zu tun, um Wan­der­ar­beit­neh­mern und ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen die Erlaub­nis zu ertei­len, vor­über­ge­hend aus­zu­rei­sen, ohne dass sich dies auf ihre Auf­ent­halts- bezie­hungs­wei­se Arbeits­er­laub­nis aus­wirkt. Dabei haben die Beschäf­ti­gungs­staa­ten die beson­de­ren Bedürf­nis­se und Ver­pflich­tun­gen der Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, ins­be­son­de­re in deren Her­kunfts­staat, zu berück­sich­ti­gen.
  2. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen haben das Recht, voll­stän­di­ge Aus­künf­te über die Vor­aus­set­zun­gen, unter denen die Erlaub­nis für eine sol­che vor­über­ge­hen­de Aus­rei­se erteilt wird, zu erhal­ten.

Arti­kel 39

  1. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen haben das Recht, sich im Hoheits­ge­biet des Beschäf­ti­gungs­staa­tes frei zu bewe­gen und dort ihren Wohn­sitz frei zu wäh­len.
  2. Die in Absatz 1 genann­ten Rech­te dür­fen nur ein­ge­schränkt wer­den, wenn dies gesetz­lich vor­ge­se­hen und zum Schutz der natio­na­len Sicher­heit, der öffent­li­chen Ord­nung (ord­re public), der öffent­li­chen Gesund­heit, der öffent­li­chen Sitt­lich­keit oder der Rech­te und Frei­hei­ten ande­rer not­wen­dig ist und die Ein­schrän­kun­gen mit den übri­gen in die­ser Kon­ven­ti­on aner­kann­ten Rech­ten ver­ein­bar sind.

Arti­kel 40

  1. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen haben das Recht, im Beschäf­ti­gungs­staat zur För­de­rung und zum Schutz ihrer wirt­schaft­li­chen, sozia­len, kul­tu­rel­len und sons­ti­gen Inter­es­sen Ver­ei­ni­gun­gen und Gewerk­schaf­ten zu bil­den.
  2. Die Aus­übung die­ser Rech­te darf nur sol­chen Ein­schrän­kun­gen unter­wor­fen wer­den, die gesetz­lich vor­ge­se­hen und in einer demo­kra­ti­schen Gesell­schaft im Inter­es­se der natio­na­len Sicher­heit oder der öffent­li­chen Ord­nung (ord­re public) oder zum Schutz der Rech­te und Frei­hei­ten ande­rer erfor­der­lich sind.

Arti­kel 41

  1. Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen haben das Recht, an den öffent­li­chen Ange­le­gen­hei­ten ihres Her­kunfts­staa­tes mit­zu­wir­ken und bei Wah­len in die­sem Staat zu wäh­len und gewählt zu wer­den, ent­spre­chend den Rechts­vor­schrif­ten die­ses Staa­tes.
  2. Die betref­fen­den Staa­ten haben, soweit ange­bracht und ent­spre­chend ihren Rechts­vor­schrif­ten, die Aus­übung die­ser Rech­te zu erleich­tern.

Arti­kel 42

  1. Die Ver­trags­staa­ten zie­hen die Schaf­fung von Ver­fah­ren oder Ein­rich­tun­gen in Betracht, mit Hil­fe derer sowohl in den Her­kunfts­staa­ten als auch in den Beschäf­ti­gungs­staa­ten den beson­de­ren Bedürf­nis­sen, Bestre­bun­gen und Ver­pflich­tun­gen der Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen Rech­nung getra­gen wer­den kann, und sehen gege­be­nen­falls die Mög­lich­keit vor, dass Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen in die­sen Ein­rich­tun­gen ihre eige­nen, frei gewähl­ten Ver­tre­ter haben.
  2. Die Beschäf­ti­gungs­staa­ten erleich­tern ent­spre­chend ihren inner­staat­li­chen Rechts­vor­schrif­ten die Anhö­rung oder Mit­wir­kung von Wan­der­ar­beit­neh­mern und ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen bei Ent­schei­dun­gen, die das Leben und die Ver­wal­tung in den Gemein­den betref­fen.
  3. Wan­der­ar­beit­neh­mer kön­nen im Beschäf­ti­gungs­staat poli­ti­sche Rech­te genie­ßen, wenn die­ser Staat ihnen in Aus­übung sei­ner Hoheits­ge­walt sol­che Rech­te gewährt.

Arti­kel 43

  1. Wan­der­ar­beit­neh­mer genie­ßen die glei­che Behand­lung wie die Staats­an­ge­hö­ri­gen des Beschäf­ti­gungs­staa­tes in bezug auf den:
    1. Zugang zu Bil­dungs­ein­rich­tun­gen und ‑ange­bo­ten, vor­be­halt­lich der Zulas­sungs­be­din­gun­gen und sons­ti­gen Vor­schrif­ten der betref­fen­den Bil­dungs­ein­rich­tun­gen und ‑ange­bo­te;
    2. Zugang zur Berufs­be­ra­tung und Arbeits­ver­mitt­lung;
    3. Zugang zu Ange­bo­ten und Ein­rich­tun­gen der beruf­li­chen Bil­dung und Umschu­lung;
    4. Zugang zu Woh­nun­gen, ein­schließ­lich Sozi­al­woh­nun­gen, und Schutz vor Miet­wu­cher;
    5. Zugang zu Sozi­al- und Gesund­heits­diens­ten, sofern die erfor­der­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Inan­spruch­nah­me der Maß­nah­men erfüllt sind;
    6. Zugang zu Genos­sen­schaf­ten und selbst­ver­wal­te­ten Unter­neh­men, ohne dass sich des­halb ihr Sta­tus als Wan­der­ar­beit­neh­mer ändert und nach Maß­ga­be der Vor­schrif­ten und Rege­lun­gen der betref­fen­den Stel­len;
    7. Zugang zum und Teil­nah­me am kul­tu­rel­len Leben.
  2. Die Ver­trags­staa­ten för­dern die Vor­aus­set­zun­gen für eine wirk­li­che Gleich­be­hand­lung, um es den Wan­der­ar­beit­neh­mern zu ermög­li­chen, in den Genuss der in Absatz 1 genann­ten Rech­te zu kom­men, wenn die Bedin­gun­gen für ihren Auf­ent­halt, wie vom Beschäf­ti­gungs­staat geneh­migt, den ent­spre­chen­den Anfor­de­run­gen genü­gen.
  3. Der Beschäf­ti­gungs­staat hin­dert Arbeit­ge­ber von Wan­der­ar­beit­neh­mern nicht dar­an, Wohn­raum oder sozia­le oder kul­tu­rel­le Ein­rich­tun­gen für die­se zu schaf­fen. Vor­be­halt­lich des Arti­kels 70 kann ein Beschäf­ti­gungs­staat die Schaf­fung sol­cher Ein­rich­tun­gen von den Bedin­gun­gen abhän­gig machen, die für deren Schaf­fung in die­sem Staat im all­ge­mei­nen gel­ten.

Arti­kel 44

  1. Die Ver­trags­staa­ten erken­nen an, dass die Fami­lie die natür­li­che Grund­ein­heit der Gesell­schaft ist und Anspruch auf Schutz durch Gesell­schaft und Staat hat, und ergrei­fen geeig­ne­te Maß­nah­men, um den Schutz der Ein­heit der Fami­lie der Wan­der­ar­beit­neh­mer sicher­zu­stel­len.
  2. Die Ver­trags­staa­ten ergrei­fen die Maß­nah­men, die sie für geeig­net hal­ten und die in ihre Zustän­dig­keit fal­len, um die Zusam­men­füh­rung der Wan­der­ar­beit­neh­mer mit ihren Ehe­gat­ten oder den Per­so­nen, mit denen sie Bezie­hun­gen unter­hal­ten, die nach den anzu­wen­den­den Rechts­vor­schrif­ten der Ehe ver­gleich­ba­re Wir­kun­gen haben, sowie mit ihren min­der­jäh­ri­gen unter­halts­be­rech­tig­ten ledi­gen Kin­dern zu erleich­tern.
  3. Aus huma­ni­tä­ren Grün­den zie­hen die Beschäf­ti­gungs­staa­ten wohl­wol­lend in Erwä­gung, ande­ren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen von Wan­der­ar­beit­neh­mern die glei­che Behand­lung zu gewäh­ren wie in Absatz 2 vor­ge­se­hen.

Arti­kel 45

  1. Die Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen von Wan­der­ar­beit­neh­mern genie­ßen im Beschäf­ti­gungs­staat die glei­che Behand­lung wie die Staats­an­ge­hö­ri­gen die­ses Staa­tes in bezug auf den:
    1. Zugang zu Bil­dungs­ein­rich­tun­gen und ‑ange­bo­ten, vor­be­halt­lich der Zulas­sungs­be­din­gun­gen und sons­ti­gen Vor­schrif­ten der betref­fen­den Bil­dungs­ein­rich­tun­gen und ‑ange­bo­te;
    2. Zugang zu Ein­rich­tun­gen und Ange­bo­ten der Berufs­be­ra­tung und der beruf­li­chen Bil­dung, sofern die Vor­aus­set­zun­gen für die Teil­nah­me erfüllt sind;
    3. Zugang zu Sozi­al- und Gesund­heits­diens­ten, sofern die erfor­der­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Inan­spruch­nah­me der Maß­nah­men erfüllt sind;
    4. Zugang zum und Teil­nah­me am kul­tu­rel­len Leben.
  2. Die Beschäf­ti­gungs­staa­ten ver­fol­gen, gege­be­nen­falls in Zusam­men­ar­beit mit den Her­kunfts­staa­ten, eine Poli­tik, die dar­auf abzielt, die Ein­glie­de­rung der Kin­der von Wan­der­ar­beit­neh­mern in das ört­li­che Schul­sys­tem, ins­be­son­de­re durch Unter­wei­sung in der ört­lich gespro­che­nen Spra­che, zu erleich­tern.
  3. Die Beschäf­ti­gungs­staa­ten bemü­hen sich, für die Kin­der von Wan­der­ar­beit­neh­mern die Unter­wei­sung in ihrer Mut­ter­spra­che und Kul­tur zu erleich­tern, und die Her­kunfts­staa­ten wir­ken dabei, soweit dies ange­bracht ist, mit.
  4. Die Beschäf­ti­gungs­staa­ten kön­nen beson­de­re Unter­rich­tungs­pro­gram­me in der Mut­ter­spra­che der Kin­der von Wan­der­ar­beit­neh­mern, falls erfor­der­lich in Zusam­men­ar­beit mit den Her­kunfts­staa­ten, vor­se­hen.

Arti­kel 46

Wan­der­ar­beit­neh­mern und ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen ist, vor­be­halt­lich der anzu­wen­den­den Rechts­vor­schrif­ten des betref­fen­den Staa­tes sowie der ein­schlä­gi­gen inter­na­tio­na­len Über­ein­künf­te und der den betref­fen­den Staa­ten oblie­gen­den Ver­pflich­tun­gen auf­grund ihrer Zuge­hö­rig­keit zu Zoll­ver­ei­nen, die Befrei­ung von Ein­fuhr- und Aus­fuhr­zöl­len und ‑abga­ben für ihre per­sön­li­che Habe und ihr Haus­halts­gut sowie für die Aus­rüs­tung zu gewäh­ren, die für die Aus­übung der Tätig­keit gegen Ent­gelt, für die sie im Beschäf­ti­gungs­staat zuge­las­sen sind, erfor­der­lich ist:

  1. bei ihrer Aus­rei­se aus dem Her­kunfts­staat oder dem Staat des gewöhn­li­chen Auf­ent­halts;
  2. bei der ers­ten Zulas­sung im Beschäf­ti­gungs­staat;
  3. bei der end­gül­ti­gen Aus­rei­se aus dem Beschäf­ti­gungs­staat;
  4. bei der end­gül­ti­gen Rück­kehr in den Her­kunfts­staat oder den Staat des gewöhn­li­chen Auf­ent­halts.

Arti­kel 47

  1. Wan­der­ar­beit­neh­mer haben das Recht, ihre Ein­künf­te und Erspar­nis­se, ins­be­son­de­re die Beträ­ge, die für den Unter­halt ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen erfor­der­lich sind, vom Beschäf­ti­gungs­staat in ihren Her­kunfts­staat oder jeden ande­ren Staat zu über­wei­sen. Sol­che Über­wei­sun­gen erfol­gen nach Maß­ga­be der in den anzu­wen­den­den Rechts­vor­schrif­ten des betref­fen­den Staa­tes vor­ge­se­he­nen Ver­fah­ren und der anzu­wen­den­den inter­na­tio­na­len Über­ein­künf­te.
  2. Die betref­fen­den Staa­ten ergrei­fen geeig­ne­te Maß­nah­men, um sol­che Über­wei­sun­gen zu erleich­tern.

Arti­kel 48

  1. 1. Vor­be­halt­lich der anzu­wen­den­den Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men gilt für Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen in bezug auf ihre Ein­künf­te im Beschäf­ti­gungs­staat fol­gen­des:
    1. sie unter­lie­gen kei­nen höhe­ren oder belas­ten­de­ren Steu­ern, Gebüh­ren oder Abga­ben, gleich wel­cher Art, als denen, die von den Staats­an­ge­hö­ri­gen des betref­fen­den Staa­tes in ver­gleich­ba­rer Lage erho­ben wer­den;
    2. sie haben Anspruch auf Ver­güns­ti­gun­gen oder Befrei­un­gen in bezug auf Steu­ern gleich wel­cher Art sowie auf alle Frei­be­trä­ge ein­schließ­lich der Frei­be­trä­ge wegen Fami­li­en­las­ten, die die Staats­an­ge­hö­ri­gen des betref­fen­den Staa­tes in ver­gleich­ba­rer Lage erhal­ten.
  2. Die Ver­trags­staa­ten bemü­hen sich, geeig­ne­te Maß­nah­men zu ergrei­fen, um die Dop­pel­be­steue­rung der Ein­künf­te und Erspar­nis­se der Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen zu ver­mei­den.

Arti­kel 49

  1. Wenn nach den inner­staat­li­chen Rechts­vor­schrif­ten für den Auf­ent­halt und für die Aus­übung einer Beschäf­ti­gung jeweils eine eige­ne Erlaub­nis erfor­der­lich ist, erteilt der Beschäf­ti­gungs­staat den Wan­der­ar­beit­neh­mern die Auf­ent­halts­er­laub­nis für einen min­des­tens eben­so lan­gen Zeit­raum wie für ihre Erlaub­nis, eine Tätig­keit gegen Ent­gelt aus­zu­üben.
  2. Wan­der­ar­beit­neh­mer, die in dem Beschäf­ti­gungs­staat die Erlaub­nis haben, ihre Tätig­keit gegen Ent­gelt frei zu wäh­len, dür­fen nicht allein auf­grund der Tat­sa­che, dass ihre Tätig­keit gegen Ent­gelt vor Ablauf ihrer Arbeits- oder sons­ti­gen Erlaub­nis endet, als Wan­der­ar­beit­neh­mer mit nicht gere­gel­tem Sta­tus betrach­tet wer­den noch des­we­gen ihre Auf­ent­halts­er­laub­nis ver­lie­ren.
  3. Um den in Absatz 2 genann­ten Wan­der­ar­beit­neh­mern genü­gend Zeit zu las­sen, eine ande­re Tätig­keit gegen Ent­gelt zu fin­den, darf die Auf­ent­halts­er­laub­nis min­des­tens so lan­ge nicht ent­zo­gen wer­den, wie sie gege­be­nen­falls Anspruch auf Leis­tun­gen bei Arbeits­lo­sig­keit haben.

Arti­kel 50

  1. Im Fal­le des Todes eines Wan­der­ar­beit­neh­mers oder der Auf­lö­sung der Ehe zieht der Beschäf­ti­gungs­staat wohl­wol­lend in Erwä­gung, Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen die­ses Wan­der­ar­beit­neh­mers, die sich auf­grund der Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung in die­sem Staat auf­hal­ten, eine Auf­ent­halts­er­laub­nis zu ertei­len; der Beschäf­ti­gungs­staat berück­sich­tigt die Dau­er ihres bis­he­ri­gen Auf­ent­halts in die­sem Staat.
  2. Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, denen kei­ne sol­che Erlaub­nis erteilt wird, ist vor der Aus­rei­se eine ange­mes­se­ne Frist zur Rege­lung ihrer Ange­le­gen­hei­ten in dem Beschäf­ti­gungs­staat ein­zu­räu­men.
  3. Die Bestim­mun­gen der Absät­ze l und 2 dür­fen nicht so aus­ge­legt wer­den, dass sie ein die­sen Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen durch die Rechts­vor­schrif­ten des Beschäf­ti­gungs­staa­tes oder durch auf die­sen Staat anzu­wen­den­de zwei­sei­ti­ge und mehr­sei­ti­ge Ver­trä­ge ander­wei­tig gewähr­tes Recht auf Auf­ent­halt und Erwerbs­tä­tig­keit beein­träch­ti­gen.

Arti­kel 51

Wan­der­ar­beit­neh­mer, die in dem Beschäf­ti­gungs­staat nicht die Erlaub­nis haben, ihre Tätig­keit gegen Ent­gelt frei zu wäh­len, dür­fen nicht allein auf­grund der Tat­sa­che, dass ihre Tätig­keit gegen Ent­gelt vor Ablauf ihrer Arbeits­er­laub­nis endet, als Wan­der­ar­beit­neh­mer mit nicht gere­gel­tem Sta­tus betrach­tet wer­den noch des­we­gen ihre Auf­ent­halts­er­laub­nis ver­lie­ren, außer in den Fäl­len, in denen die Auf­ent­halts­er­laub­nis aus­drück­lich von der bestimm­ten Tätig­keit gegen Ent­gelt abhän­gig gemacht wor­den ist, für die sie zuge­las­sen wor­den sind. Die­se Wan­der­ar­beit­neh­mer haben das Recht, wäh­rend der rest­li­chen Gül­tig­keits­dau­er ihrer Arbeits­er­laub­nis, vor­be­halt­lich der in ihrer Arbeits­er­laub­nis vor­ge­se­he­nen beson­de­ren Bedin­gun­gen und Ein­schrän­kun­gen, eine ande­re Beschäf­ti­gung zu suchen, an staat­lich finan­zier­ten Arbeits­be­schaf­fungs­pro­gram­men und an Umschu­lungs­lehr­gän­gen teil­zu­neh­men.

Arti­kel 52

  1. Wan­der­ar­beit­neh­mer haben in dem Beschäf­ti­gungs­staat das Recht, ihre Tätig­keit gegen Ent­gelt frei zu wäh­len, vor­be­halt­lich der fol­gen­den Ein­schrän­kun­gen oder Vor­aus­set­zun­gen.
  2. Der Beschäf­ti­gungs­staat kann für jeden Wan­der­ar­beit­neh­mer
    1. den Zugang zu begrenz­ten Grup­pen von Beschäf­ti­gun­gen, Funk­tio­nen, Dienst­leis­tun­gen oder Tätig­kei­ten beschrän­ken, wenn dies im Inter­es­se des Staa­tes erfor­der­lich und nach den inner­staat­li­chen Rechts­vor­schrif­ten vor­ge­se­hen ist;
    2. die freie Wahl der Tätig­keit gegen Ent­gelt nach Maß­ga­be sei­ner Rechts­vor­schrif­ten über die Aner­ken­nung von außer­halb sei­nes Hoheits­ge­bie­tes erwor­be­nen beruf­li­chen Befä­hi­gun­gen ein­schrän­ken. Die betref­fen­den Ver­trags­staa­ten bemü­hen sich jedoch, die Aner­ken­nung sol­cher Befä­hi­gun­gen vor­zu­se­hen.
  3. Im Fal­le von Wan­der­ar­beit­neh­mern, deren Arbeits­er­laub­nis zeit­lich befris­tet ist, kann der Beschäf­ti­gungs­staat fer­ner
    1. die Aus­übung des Rech­tes auf freie Wahl der Tätig­keit gegen Ent­gelt davon abhän­gig machen, dass der Wan­der­ar­beit­neh­mer sich wah­rend der nach den Rechts­vor­schrif­ten die­ses Staa­tes vor­ge­schrie­be­nen Zeit, die zwei Jah­re nicht über­schrei­ten soll­te, in des­sen Hoheits­ge­biet recht­mä­ßig gewöhn­lich auf­ge­hal­ten hat, um dort eine Tätig­keit gegen Ent­gelt aus­zu­üben;
    2. den Zugang eines Wan­der­ar­beit­neh­mers zu einer Tätig­keit gegen Ent­gelt im Rah­men einer Poli­tik beschrän­ken, die den eige­nen Staats­an­ge­hö­ri­gen oder Per­so­nen, die auf­grund der Rechts­vor­schrif­ten oder von zwei­sei­ti­gen oder mehr­sei­ti­gen Über­ein­künf­ten den eige­nen Staats­an­ge­hö­ri­gen zu die­sem Zweck gleich­ge­stellt sind, den Vor­rang ein­räumt. Die­se Ein­schrän­kung ent­fällt für einen Wan­der­ar­beit­neh­mer, der sich wäh­rend der nach den Rechts­vor­schrif­ten des betref­fen­den Staa­tes vor­ge­schrie­be­nen Zeit, die fünf Jah­re nicht über­schrei­ten soll­te, in des­sen Hoheits­ge­biet recht­mä­ßig gewöhn­lich auf­ge­hal­ten hat, um dort eine Tätig­keit gegen Ent­gelt aus­zu­üben.
  4. Die Beschäf­ti­gungs­staa­ten schrei­ben die Bedin­gun­gen vor, unter denen einem Wan­der­ar­beit­neh­mer, der zur Auf­nah­me einer Beschäf­ti­gung zuge­las­sen wor­den ist, die Erlaub­nis erteilt wer­den kann, auf eige­ne Rech­nung tätig zu wer­den. Die Zeit, wäh­rend der sich der Arbeit­neh­mer bereits recht­mä­ßig in dem Beschäf­ti­gungs­staat auf­ge­hal­ten hat, ist zu berück­sich­ti­gen.

Arti­kel 53

  1. Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen eines Wan­der­ar­beit­neh­mers, die selbst eine Auf­ent­halts­er­laub­nis oder Zulas­sung haben, die kei­ner zeit­li­chen Befris­tung unter­liegt oder auto­ma­tisch ver­län­gert wird, ist unter den­sel­ben Vor­aus­set­zun­gen, die gemäß Arti­kel 52 für den Wan­der­ar­beit­neh­mer gel­ten, die freie Wahl einer Tätig­keit gegen Ent­gelt zu gewäh­ren.
  2. Im Fal­le von Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen eines Wan­der­ar­beit­neh­mers, die nicht die Erlaub­nis haben, eine Tätig­keit gegen Ent­gelt frei zu wäh­len, zie­hen die Ver­trags­staa­ten wohl­wol­lend in Erwä­gung, ihnen bei der Gewäh­rung der Erlaub­nis zur Aus­übung einer Tätig­keit gegen Ent­gelt Vor­rang vor ande­ren Arbeit­neh­mern ein­zu­räu­men, die die Zulas­sung in dem Beschäf­ti­gungs­staat bean­tra­gen, vor­be­halt­lich der anzu­wen­den­den zwei­sei­ti­gen und mehr­sei­ti­gen Über­ein­künf­te.

Arti­kel 54

  1. Unbe­scha­det der Bedin­gun­gen ihrer Auf­ent­halts- oder Arbeits­er­laub­nis und der in den Arti­keln 25 und 27 vor­ge­se­he­nen Rech­te genie­ßen Wan­der­ar­beit­neh­mer die glei­che Behand­lung wie die Staats­an­ge­hö­ri­gen des Beschäf­ti­gungs­staa­tes in bezug auf:
    1. Kün­di­gungs­schutz;
    2. Leis­tun­gen bei Arbeits­lo­sig­keit;
    3. Zugang zu staat­lich finan­zier­ten Arbeits­be­schaf­fungs­pro­gram­men zur Bekämp­fung der Arbeits­lo­sig­keit;
    4. Zugang zu einer ande­ren Beschäf­ti­gung im Fal­le des Ver­lusts der Beschäf­ti­gung oder der Been­di­gung einer sons­ti­gen Tätig­keit gegen Ent­gelt, vor­be­halt­lich des Arti­kels 52.
  2. Macht ein Wan­der­ar­beit­neh­mer gel­tend, dass die Bedin­gun­gen sei­nes Arbeits­ver­tra­ges durch sei­nen Arbeit­ge­ber ver­letzt wor­den sind, so hat er das Recht, unter den Bedin­gun­gen des Arti­kels 18 Absatz 1 die zustän­di­gen Behör­den des Beschäf­ti­gungs­staa­tes mit sei­nem Fall zu befas­sen.

Arti­kel 55

Wan­der­ar­beit­neh­mer, die die Erlaub­nis erhal­ten haben, eine Tätig­keit gegen Ent­gelt, vor­be­halt­lich der bei der Gewäh­rung die­ser Erlaub­nis fest­ge­leg­ten Bedin­gun­gen, aus­zu­üben, haben bei der Aus­übung die­ser Tätig­keit gegen Ent­gelt Anspruch auf die glei­che Behand­lung wie die Staats­an­ge­hö­ri­gen des Beschäf­ti­gungs­staa­tes.

Arti­kel 56

  1. Die in die­sem Teil bezeich­ne­ten Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen dür­fen aus dem Beschäf­ti­gungs­staat nur aus den in den inner­staat­li­chen Rechts­vor­schrif­ten die­ses Staa­tes fest­ge­leg­ten Grün­den und vor­be­halt­lich der in Teil III vor­ge­se­he­nen Garan­tien aus­ge­wie­sen wer­den.
  2. Von der Aus­wei­sung darf nicht Gebrauch gemacht wer­den, um einem Wan­der­ar­beit­neh­mer oder einem sei­ner Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen die Rech­te zu ent­zie­hen, die sich aus der Auf­ent­halts- und Arbeits­er­laub­nis her­lei­ten.
  3. Wird in Erwä­gung gezo­gen, einen Wan­der­ar­beit­neh­mer oder einen sei­ner Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen aus­zu­wei­sen, soll­ten huma­ni­tä­re Über­le­gun­gen und die Dau­er des bis­he­ri­gen Auf­ent­halts des Betref­fen­den im Beschäf­ti­gungs­staat berück­sich­tigt wer­den.

Teil V – Für beson­de­re Grup­pen von Wan­der­ar­beit­neh­mern und deren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge gel­ten­de Bestim­mun­gen

Arti­kel 57

Die in die­sem Teil genann­ten beson­de­ren Grup­pen von Wan­der­ar­beit­neh­mern und deren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, die über die erfor­der­li­chen Doku­men­te ver­fü­gen oder deren Sta­tus gere­gelt ist, genie­ßen die in Teil III und, vor­be­halt­lich der nach­ste­hen­den Ände­run­gen, die in Teil IV vor­ge­se­he­nen Rech­te.

Arti­kel 58

  1. Grenz­gän­ger im Sin­ne des Arti­kels 2 Absatz 2 Buch­sta­be a haben Anspruch auf die in Teil IV vor­ge­se­he­nen Rech­te, die auf­grund ihrer Anwe­sen­heit und Arbeit im Hoheits­ge­biet des Beschäf­ti­gungs­staa­tes auf sie ange­wandt wer­den kön­nen, unter Berück­sich­ti­gung der Tat­sa­che, dass sie ihren gewöhn­li­chen Auf­ent­halt nicht in die­sem Staa­te haben.
  2. Die Beschäf­ti­gungs­staa­ten zie­hen wohl­wol­lend in Erwä­gung, Grenz­gän­gern nach einer bestimm­ten Zeit das Recht der frei­en Wahl ihrer Tätig­keit gegen Ent­gelt zu gewäh­ren. Die Gewäh­rung die­ses Rechts berührt ihren Sta­tus als Grenz­gän­ger nicht.

Arti­kel 59

  1. Sai­son­ar­beit­neh­mer im Sin­ne des Arti­kels 2 Absatz 2 Buch­sta­be b haben Anspruch auf die in Teil IV vor­ge­se­he­nen Rech­te, die auf­grund ihrer Anwe­sen­heit und Arbeit im Hoheits­ge­biet des Beschäf­ti­gungs­staa­tes auf sie ange­wandt wer­den kön­nen und die mit ihrem Sta­tus als Sai­son­ar­bei­ter in die­sem Staat ver­ein­bar sind, unter Berück­sich­ti­gung der Tat­sa­che, dass sie nur wäh­rend eines Teils des Jah­res in die­sem Staat anwe­send sind.
  2. Vor­be­halt­lich des Absat­zes 1 erwägt der Beschäf­ti­gungs­staat, Sai­son­ar­beit­neh­mern, die wäh­rend einer beacht­li­chen Zeit in sei­nem Hoheits­ge­biet beschäf­tigt gewe­sen sind, die Mög­lich­keit der Auf­nah­me ande­rer Tätig­kei­ten gegen Ent­gelt zu geben und ihnen Vor­rang vor ande­ren Arbeit­neh­mern ein­zu­räu­men, die die Zulas­sung in die­sem Staat bean­tra­gen, vor­be­halt­lich der anzu­wen­den­den zwei­sei­ti­gen und mehr­sei­ti­gen Über­ein­künf­te.

Arti­kel 60

Rei­sen­de Arbeit­neh­mer im Sin­ne des Arti­kels 2 Absatz 2 Buch­sta­be e haben Anspruch auf die in Teil IV vor­ge­se­he­nen Rech­te, die ihnen auf­grund ihrer Anwe­sen­heit und Arbeit im Hoheits­ge­biet des Beschäf­ti­gungs­staa­tes gewährt wer­den kön­nen und die mit ihrem Sta­tus als rei­sen­de Arbeit­neh­mer in die­sem Staat ver­ein­bar sind.

Arti­kel 61

  1. Pro­jekt­ge­bun­de­ne Arbeit­neh­mer im Sin­ne des Arti­kels 2 Absatz 2 Buch­sta­be f und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen haben Anspruch auf die in Teil IV vor­ge­se­he­nen Rech­te mit Aus­nah­me der Bestim­mun­gen des Arti­kels 43 Absatz 1 Buch­sta­ben b und c, des Arti­kels 43 Absatz 1 Buch­sta­be d in bezug auf Pro­gram­me des sozia­len Woh­nungs­baus, des Arti­kels 45 Absatz 1 Buch­sta­be b und der Arti­kel 52 bis 55.
  2. Macht ein pro­jekt­ge­bun­de­ner Arbeit­neh­mer gel­tend, dass die Bedin­gun­gen sei­nes Arbeits­ver­tra­ges durch sei­nen Arbeit­ge­ber ver­letzt wor­den sind, so hat er das Recht, unter den Bedin­gun­gen des Arti­kels 18 Absatz 1 die zustän­di­gen Behör­den des Staa­tes, des­sen Hoheits­ge­walt der Arbeit­ge­ber unter­steht, mit sei­nem Fall zu befas­sen.
  3. Vor­be­halt­lich der für sie in Kraft befind­li­chen zwei­sei­ti­gen oder mehr­sei­ti­gen Über­ein­künf­te bemü­hen sich die betref­fen­den Ver­trags­staa­ten, es pro­jekt­ge­bun­de­nen Arbeit­neh­mern zu ermög­li­chen, für die Dau­er ihrer pro­jekt­be­zo­ge­nen Tätig­keit auch wei­ter­hin in den Genuss eines ange­mes­se­nen Schut­zes durch das Sys­tem der sozia­len Sicher­heit ihres Her­kunfts­staa­tes oder des Staa­tes, in dem sie ihren gewöhn­li­chen Auf­ent­halt haben, zu gelan­gen. Die betref­fen­den Ver­trags­staa­ten ergrei­fen geeig­ne­te Maß­nah­men, um die Vor­ent­hal­tung von Rech­ten oder dop­pel­te Bei­trags­zah­lun­gen in die­sem Zusam­men­hang zu ver­mei­den.
  4. Unbe­scha­det des Arti­kels 47 und der ent­spre­chen­den zwei­sei­ti­gen oder mehr­sei­ti­gen Über­ein­künf­te gestat­ten die betref­fen­den Ver­trags­staa­ten die Aus­zah­lung der Ein­künf­te pro­jekt­ge­bun­de­ner Arbeit­neh­mer in ihrem Her­kunfts­staat oder in dem Staat, in dem sie ihren gewöhn­li­chen Auf­ent­halt haben.

Arti­kel 62

  1. Für eine bestimm­te Beschäf­ti­gung zuge­las­se­ne Arbeit­neh­mer im Sin­ne des Arti­kels 2 Absatz 2 Buch­sta­be g haben Anspruch auf die in Teil IV vor­ge­se­he­nen Rech­te mit Aus­nah­me der Bestim­mun­gen des Arti­kels 43 Absatz 1 Buch­sta­ben b und c, des Arti­kels 43 Absatz 1 Buch­sta­be d in bezug auf Pro­gram­me des sozia­len Woh­nungs­baus, des Arti­kels 52 und des Arti­kels 54 Absatz I Buch­sta­be d.
  2. Die Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen von für eine bestimm­te Beschäf­ti­gung zuge­las­se­nen Arbeit­neh­mern haben Anspruch auf die in Teil IV vor­ge­se­he­nen Rech­te betref­fend Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge von Wan­der­ar­beit­neh­mern, mit Aus­nah­me der Bestim­mun­gen des Arti­kels 53.

Arti­kel 63

  1. Selb­stän­di­ge im Sin­ne des Arti­kels 2 Absatz 2 Buch­sta­be h haben Anspruch auf die in Teil IV vor­ge­se­he­nen Rech­te mit Aus­nah­me der Rech­te, die aus­schließ­lich für Arbeit­neh­mer mit einem Arbeits­ver­trag gel­ten.
  2. Unbe­scha­det der Arti­kel 52 und 79 bedeu­tet die Been­di­gung der Erwerbs­tä­tig­keit von Selb­stän­di­gen an sich nicht den Ent­zug der ihnen oder ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen erteil­ten Erlaub­nis, im Beschäf­ti­gungs­staat zu blei­ben oder dort eine Tätig­keit gegen Ent­gelt aus­zu­üben, sofern die Auf­ent­halts­er­laub­nis nicht aus­drück­lich von der bestimm­ten Tätig­keit gegen Ent­gelt abhän­gig gemacht wor­den ist, für die sie zuge­las­sen wor­den sind.

Teil VI – För­de­rung ver­nünf­ti­ger, gerech­ter, huma­ner und recht­mä­ßi­ger Bedin­gun­gen im Zusam­men­hang mit der inter­na­tio­na­len Wan­de­rung von Wan­der­ar­beit­neh­mern und ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen

Arti­kel 64

  1. Unbe­scha­det des Arti­kels 79 haben die betref­fen­den Ver­trags­staa­ten gege­be­nen­falls ein­an­der zu kon­sul­tie­ren und zusam­men­zu­ar­bei­ten, um ver­nünf­ti­ge, gerech­te und huma­ne Bedin­gun­gen im Zusam­men­hang mit der inter­na­tio­na­len Wan­de­rung von Wan­der­ar­beit­neh­mern und ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen zu för­dern.
  2. In die­sem Zusam­men­hang sind nicht nur der Arbeits­kräf­te­be­darf und die ver­füg­ba­ren Arbeits­kraft­re­ser­ven, son­dern auch die sozia­len, wirt­schaft­li­chen, kul­tu­rel­len und sons­ti­gen Bedürf­nis­se der Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen sowie die Fol­gen die­ser Wan­de­run­gen für die betref­fen­den Gemein­schaf­ten gebüh­rend zu berück­sich­ti­gen.

Arti­kel 65

  1. Die Ver­trags­staa­ten unter­hal­ten geeig­ne­te Ein­rich­tun­gen, die sich mit Fra­gen der inter­na­tio­na­len Wan­de­rung von Arbeit­neh­mern und ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen befas­sen. Ihre Auf­ga­ben umfas­sen unter ande­rem:
    1. die For­mu­lie­rung und Durch­füh­rung von Maß­nah­men bezüg­lich die­ser Wan­de­rung;
    2. den Infor­ma­ti­ons­aus­tausch, die Kon­sul­ta­ti­on und die Zusam­men­ar­beit mit den zustän­di­gen Behör­den der ande­ren von der Wan­de­rung betrof­fe­nen Ver­trags­staa­ten;
    3. die Ertei­lung ent­spre­chen­der Aus­künf­te, ins­be­son­de­re an die Arbeit­ge­ber, die Arbeit­neh­mer und ihre Ver­bän­de über die Maß­nah­men und Rechts­vor­schrif­ten betref­fend Wan­de­rung und Beschäf­ti­gung, über die mit ande­ren Staa­ten geschlos­se­nen Über­ein­künf­te betref­fend Wan­de­rung und über ande­re ein­schlä­gi­ge Sach­fra­gen;
    4. die Ertei­lung von Aus­künf­ten an und die Gewäh­rung ent­spre­chen­den Bei­stands für Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen in bezug auf die erfor­der­li­chen Erlaub­nis­se und For­ma­li­tä­ten sowie die Vor­keh­run­gen für Abrei­se, Rei­se, Ankunft, Auf­ent­halt, Tätig­kei­ten gegen Ent­gelt, Aus­rei­se und Rück­kehr und über die Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen im Beschäf­ti­gungs­staat sowie über Zoll‑, Devi­sen- und Steu­er Vor­schrif­ten und ande­re ein­schlä­gi­ge Rechts­vor­schrif­ten.
  2. Die Ver­trags­staa­ten erleich­tern je nach Sach­la­ge die Bereit­stel­lung ange­mes­se­ner kon­su­la­ri­scher und ande­rer Ein­rich­tun­gen, die not­wen­dig sind, um den sozia­len, kul­tu­rel­len und sons­ti­gen Bedürf­nis­sen der Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen gerecht zu wer­den.

Arti­kel 66

  1. Vor­be­halt­lich des Absat­zes 2 ist das Recht, Tätig­kei­ten zur Anwer­bung von Arbeit­neh­mern für eine Beschäf­ti­gung in einem ande­ren Staat durch­zu­füh­ren, beschränkt auf:
    1. die öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen oder Stel­len des Staa­tes, in dem die­se Tätig­kei­ten erfol­gen;
    2. die öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen oder Stel­len des Beschäf­ti­gungs­staa­tes auf der Grund­la­ge einer zwi­schen den betref­fen­den Staa­ten geschlos­se­nen Ver­ein­ba­rung;
    3. alle auf­grund einer zwei­sei­ti­gen oder mehr­sei­ti­gen Über­ein­kunft errich­te­ten Stel­len.
  2. Vor­be­halt­lich der Geneh­mi­gung, Zustim­mung und Über­wa­chung durch die Behör­den des betref­fen­den Ver­trags­staa­tes, die nach den Rechts­vor­schrif­ten und Gepflo­gen­hei­ten die­ser Staa­ten ein­ge­rich­tet wer­den, kann es auch Dienst­stel­len, künf­ti­gen Arbeit­ge­bern oder in ihrem Namen han­deln­den Per­so­nen gestat­tet wer­den, sol­che Tätig­kei­ten durch­zu­füh­ren.

Arti­kel 67

  1. Die betref­fen­den Ver­trags­staa­ten arbei­ten gege­be­nen­falls zusam­men bei der Annah­me von Maß­nah­men für die ord­nungs­ge­mä­ße Rück­kehr von Wan­der­ar­beit­neh­mern und ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen in den Her­kunfts­staat, wenn die­se beschlie­ßen zurück­zu­keh­ren, wenn ihre Auf­ent­halts- oder Arbeits­er­laub­nis abläuft oder wenn ihr Sta­tus im Beschäf­ti­gungs­staat nicht gere­gelt ist.
  2. In bezug auf Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, deren Sta­tus gere­gelt ist, arbei­ten die betref­fen­den Ver­trags­staa­ten, soweit ange­bracht, gemäß den von die­sen Staa­ten ver­ein­bar­ten Bedin­gun­gen zusam­men, um ange­mes­se­ne wirt­schaft­li­che Vor­aus­set­zun­gen für ihre Wie­der­an­sied­lung zu för­dern und um ihre dau­er­haf­te sozia­le und kul­tu­rel­le Wie­der­ein­glie­de­rung im Her­kunfts­staat zu erleich­tern.

Arti­kel 68

  1. Die Ver­trags­staa­ten, ein­schließ­lich der Durch­rei­se­staa­ten, arbei­ten zusam­men, um ille­ga­le oder heim­li­che Wan­de­rung und Beschäf­ti­gung von Wan­der­ar­beit­neh­mern, deren Sta­tus nicht gere­gelt ist, zu ver­hin­dern und zu unter­bin­den. Die zu die­sem Zweck inner­halb der Zustän­dig­keit eines jeden betrof­fe­nen Staa­tes zu tref­fen­den Maß­nah­men umfas­sen:
    1. geeig­ne­te Maß­nah­men gegen die Ver­brei­tung irre­füh­ren­der Aus­künf­te betref­fend Aus­wan­de­rung und Ein­wan­de­rung;
    2. Maß­nah­men zur Auf­de­ckung und Unter­bin­dung ille­ga­ler oder heim­li­cher Wan­de­run­gen von Wan­der­ar­beit­neh­mern und ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen und zur Ver­hän­gung wirk­sa­mer Sank­tio­nen gegen Per­so­nen, Grup­pen oder Stel­len, die sol­che Wan­de­run­gen orga­ni­sie­ren oder durch­füh­ren oder bei ihrer Orga­ni­sa­ti­on oder Durch­füh­rung behilf­lich sind;
    3. Maß­nah­men zur Ver­hän­gung wirk­sa­mer Sank­tio­nen gegen Per­so­nen, Grup­pen oder Stel­len, die mit Gewalt, Dro­hung oder Ein­schüch­te­rung gegen Wan­der­ar­beit­neh­mer oder ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, deren Sta­tus nicht gere­gelt ist, vor­ge­hen.
  2. Die Beschäf­ti­gungs­staa­ten ergrei­fen alle geeig­ne­ten und wirk­sa­men Maß­nah­me, um die Beschäf­ti­gung von Wan­der­ar­beit­neh­mern, deren Sta­tus nicht gere­gelt ist, in ihrem Hoheits­ge­biet zu unter­bin­den, gege­be­nen­falls auch durch Sank­tio­nen gegen deren Arbeit­ge­ber. Die Rech­te von Wan­der­ar­beit­neh­mern gegen­über ihrem Arbeit­ge­ber, die sich aus der Beschäf­ti­gung her­lei­ten, wer­den durch die­se Maß­nah­men nicht beein­träch­tigt.

Arti­kel 69

  1. Die Ver­trags­staa­ten ergrei­fen geeig­ne­te Maß­nah­men, wenn sich Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, deren Sta­tus nicht gere­gelt ist, in ihrem Hoheits­ge­biet befin­den, um sicher­zu­stel­len, dass deren Sta­tus nicht unge­re­gelt bleibt.
  2. Wenn die betref­fen­den Ver­trags­staa­ten die Mög­lich­kei­ten einer Regu­la­ri­sie­rung des Sta­tus die­ser Per­so­nen nach Maß­ga­be der anzu­wen­den­den inner­staat­li­chen Rechts­vor­schrif­ten und zwei­sei­ti­gen oder mehr­sei­ti­gen Über­ein­künf­te erwä­gen, sind die Umstän­de ihrer Ein­rei­se, die Dau­er ihres Auf­ent­halts im Beschäf­ti­gungs­staat sowie ande­re rele­van­te Umstän­de, ins­be­son­de­re wenn sie sich auf ihre fami­liä­re Situa­ti­on bezie­hen, ange­mes­sen zu berück­sich­ti­gen.

Arti­kel 70

Die Ver­trags­staa­ten ergrei­fen Maß­nah­men, die nicht weni­ger güns­tig sind als die, die für ihre eige­nen Staats­an­ge­hö­ri­gen gel­ten, um sicher­zu­stel­len, dass die Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen von Wan­der­ar­beit­neh­mern und ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen mit gere­gel­tem Sta­tus den Nor­men der Taug­lich­keit, der Sicher­heit und des Gesund­heits­schut­zes sowie den Grund­sät­zen der Men­schen­wür­de ent­spre­chen.

Arti­kel 71

  1. Die Ver­trags­staa­ten erleich­tern, soweit erfor­der­lich, die Über­füh­rung des Leich­nams eines ver­stor­be­nen Wan­der­ar­beit­neh­mers oder eines Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen in den Her­kunfts­staat.
  2. In bezug auf Ent­schä­di­gungs­fra­gen im Zusam­men­hang mit dem Tod eines Wan­der­ar­beit­neh­mers oder eines sei­ner Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen gewäh­ren die Ver­trags­staa­ten den betrof­fe­nen Per­so­nen gege­be­nen­falls Hil­fe, um die rasche Rege­lung die­ser Fra­gen sicher­zu­stel­len. Die Rege­lung die­ser Fra­gen erfolgt auf der Grund­la­ge der anzu­wen­den­den inner­staat­li­chen Rechts­vor­schrif­ten nach Maß­ga­be der Bestim­mun­gen die­ser Kon­ven­ti­on und aller ein­schlä­gi­gen zwei­sei­ti­gen oder mehr­sei­ti­gen Über­ein­künf­te.

Teil VII – Anwen­dung der Kon­ven­ti­on

Arti­kel 72

  1. Zur Über­prü­fung der Anwen­dung die­ser Kon­ven­ti­on wird ein Aus­schuss zum Schutz der Rech­te aller Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen (im fol­gen­den als “Aus­schuss” bezeich­net) ein­ge­setzt.
  2. Der Aus­schuss besteht bei Inkraft­tre­ten der Kon­ven­ti­on aus zehn und nach Inkraft­tre­ten der Kon­ven­ti­on für den ein­und­vier­zigs­ten Ver­trags­staat aus vier­zehn Sach­ver­stän­di­gen von hohem sitt­li­chem Anse­hen, Unpar­tei­lich­keit und aner­kann­ter Sach­kennt­nis auf dem von der Kon­ven­ti­on erfass­ten Gebiet.

Arti­kel 73

  1. Die Ver­trags­staa­ten ver­pflich­ten sich, dem Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen zur Prü­fung durch den Aus­schuss einen Bericht über die zur Anwen­dung der Kon­ven­ti­on getrof­fe­nen Gesetzgebungs‑, Gerichts‑, Ver­wal­tungs- und sons­ti­gen Maß­nah­men vor­zu­le­gen, und zwar
    1. inner­halb eines Jah­res nach Inkraft­tre­ten der Kon­ven­ti­on für den betref­fen­den Ver­trags­staat und
    2. danach alle fünf Jah­re sowie auf Anfor­de­rung des Aus­schus­ses.
  2. In den nach die­sem Arti­kel vor­ge­leg­ten Berich­ten ist auf etwa bestehen­de Umstän­de und Schwie­rig­kei­ten hin­zu­wei­sen, die die Durch­füh­rung der Kon­ven­ti­on behin­dern, und sind Anga­ben über die Merk­ma­le der Wan­de­rungs­be­we­gun­gen zu über­mit­teln, von denen der jewei­li­ge Ver­trags­staat betrof­fen ist.
  3. Der Aus­schuss beschließt alle wei­te­ren Richt­li­ni­en, die für den Inhalt der Berich­te gel­ten.
  4. Die Ver­trags­staa­ten sor­gen für die wei­te Ver­brei­tung ihrer Berich­te in der Öffent­lich­keit in ihrem eige­nen Land.

Arti­kel 74

  1. Der Aus­schuss prüft die von den ein­zel­nen Ver­trags­staa­ten vor­ge­leg­ten Berich­te und über­sen­det dem betref­fen­den Ver­trags­staat jeweils die ihm geeig­net erschei­nen­den Bemer­kun­gen. Die­ser Ver­trags­staat kann dem Aus­schuss sei­ne Stel­lung­nah­me zu den vom Aus­schuss gemäß die­sem Arti­kel vor­ge­brach­ten Bemer­kun­gen über­mit­teln. Bei der Prü­fung der Berich­te kann der Aus­schuss von den Ver­trags­staa­ten zusätz­li­che Aus­künf­te ver­lan­gen.
  2. Recht­zei­tig vor Beginn jeder ordent­li­chen Tagung des Aus­schus­ses über­sen­det der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen dem Gene­ral­di­rek­tor des Inter­na­tio­na­len Arbeits­am­tes Abschrif­ten der von den betref­fen­den Ver­trags­staa­ten vor­ge­leg­ten Berich­te und der für die Prü­fung die­ser Berich­te zweck­dien­li­chen Infor­ma­tio­nen, um es dem Amt zu ermög­li­chen, dem Aus­schuss mit den Sach­kennt­nis­sen behilf­lich zu sein, die es zu den in die­ser Kon­ven­ti­on behan­del­ten Fra­gen, die in den Zustän­dig­keits­be­reich der Inter­na­tio­na­len Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on fal­len, bei­steu­ern kann. Der Aus­schuss berück­sich­tigt bei sei­nen Bera­tun­gen alle Bemer­kun­gen und Doku­men­te, die vom Amt gege­be­nen­falls über­mit­telt wer­den.
  3. Der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen kann fer­ner, nach Bera­tung mit dem Aus­schuss, den ande­ren Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen sowie den zwi­schen­staat­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen Abschrif­ten der in ihren Zustän­dig­keits­be­reich fal­len­den Tei­le die­ser Berich­te zulei­ten.
  4. Der Aus­schuss kann die Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen und ande­re Orga­ne der Ver­ein­ten Natio­nen sowie die zwi­schen­staat­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen und sons­ti­ge betei­lig­te Stel­len auf­for­dern, zur Prü­fung durch den Aus­schuss schrift­li­che Anga­ben über die in die­ser Kon­ven­ti­on behan­del­ten Fra­gen, die in ihren Tätig­keits­be­reich fal­len, vor­zu­le­gen.
  5. Das Inter­na­tio­na­le Arbeits­amt wird vom Aus­schuss ein­ge­la­den, Ver­tre­ter zu benen­nen, die in bera­ten­der Eigen­schaft an den Sit­zun­gen des Aus­schus­ses teil­neh­men.
  6. Der Aus­schuss kann Ver­tre­ter ande­rer Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen und ande­rer Orga­ne der Ver­ein­ten Natio­nen sowie zwi­schen­staat­li­cher Orga­ni­sa­tio­nen ein­la­den, an sei­nen Sit­zun­gen teil­zu­neh­men und dort das Wort zu ergrei­fen, wenn Fra­gen geprüft wer­den, die in ihren Zustän­dig­keits­be­reich fal­len.
  7. Der Aus­schuss lei­tet der Gene­ral­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen einen Jah­res­be­richt über die Durch­füh­rung die­ser Kon­ven­ti­on zu, der sei­ne eige­nen Bemer­kun­gen und Emp­feh­lun­gen ent­hält, die ins­be­son­de­re auf der Prü­fung der Berich­te und etwai­gen Stel­lung­nah­men der Ver­trags­staa­ten beru­hen.
  8. Der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen über­sen­det die Jah­res­be­rich­te des Aus­schus­ses den Ver­trags­staa­ten, dem Wirt­schafts- und Sozi­al­rat, der Men­schen­rechts­kom­mis­si­on der Ver­ein­ten Natio­nen, dem Gene­ral­di­rek­tor des Inter­na­tio­na­len Arbeits­am­tes und den sons­ti­gen zustän­di­gen Orga­ni­sa­tio­nen.

Arti­kel 75

  1. Der Aus­schuss gibt sich eine Geschäfts­ord­nung.
  2. Der Aus­schuss wählt sei­nen Vor­stand für zwei Jah­re.
  3. Der Aus­schuss tritt in der Regel ein­mal jähr­lich zusam­men.
  4. Die Sit­zun­gen des Aus­schus­ses fin­den in der Regel am Amts­sitz der Ver­ein­ten Natio­nen statt.

Arti­kel 76

  1. Ein Ver­trags­staat kann auf­grund die­ses Arti­kels jeder­zeit erklä­ren, dass er die Zustän­dig­keit des Aus­schus­ses zur Ent­ge­gen­nah­me und Prü­fung von Mit­tei­lun­gen aner­kennt, in denen ein Ver­trags­staat gel­tend macht, ein ande­rer Ver­trags­staat kom­me sei­nen Ver­pflich­tun­gen aus die­ser Kon­ven­ti­on nicht nach. Mit­tei­lun­gen auf­grund die­ses Arti­kels kön­nen nur ent­ge­gen­ge­nom­men und geprüft wer­den, wenn sie von einem Ver­trags­staat ein­ge­reicht wer­den, der für sich selbst die Zustän­dig­keit des Aus­schus­ses durch eine Erklä­rung aner­kannt hat. Der Aus­schuss darf kei­ne Mit­tei­lung ent­ge­gen­neh­men, die einen Ver­trags­staat betrifft, der kei­ne der­ar­ti­ge Erklä­rung abge­ge­ben hat. Auf Mit­tei­lun­gen, die auf­grund die­ses Arti­kels ein­ge­hen, ist fol­gen­des Ver­fah­ren anzu­wen­den:
    1. Ist ein Ver­trags­staat der Auf­fas­sung, dass ein ande­rer Ver­trags­staat sei­nen Ver­pflich­tun­gen aus die­ser Kon­ven­ti­on nicht nach­kommt, so kann er den ande­ren Staat durch eine schrift­li­che Mit­tei­lung dar­auf hin­wei­sen. Der Ver­trags­staat kann auch den Aus­schuss über die Sache infor­mie­ren. Inner­halb von drei Mona­ten nach Zugang der Mit­tei­lung hat der Emp­fangs­staat dem Staat, der die Mit­tei­lung über­sandt hat, in bezug auf die Sache eine schrift­li­che Erklä­rung oder sons­ti­ge Stel­lung­nah­me zukom­men zu las­sen, die, soweit es mög­lich und ange­bracht ist, einen Hin­weis auf die in der Sache durch­ge­führ­ten, anhän­gi­gen oder zur Ver­fü­gung ste­hen­den inner­staat­li­chen Ver­fah­ren und Rechts­be­hel­fe ent­hal­ten soll;
    2. wird die Sache nicht inner­halb von sechs Mona­ten nach Ein­gang der ein­lei­ten­den Mit­tei­lung bei dem Emp­fangs­staat zur Zufrie­den­heit der bei­den betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten gere­gelt, so hat jeder der bei­den Staa­ten das Recht, die Sache dem Aus­schuss zu unter­brei­ten, indem er die­sem und dem ande­ren Staat eine ent­spre­chen­de Mit­tei­lung macht;
    3. der Aus­schuss befasst sich mit einer ihm unter­brei­te­ten Sache erst dann, wenn er sich Gewiss­heit ver­schafft hat, dass alle in der Sache zur Ver­fü­gung ste­hen­den inner­staat­li­chen Rechts­be­hel­fe in Über­ein­stim­mung mit den all­ge­mein aner­kann­ten Grund­sät­zen des Völ­ker­rechts ein­ge­legt und erschöpft wor­den sind. Dies gilt nicht, wenn nach Auf­fas­sung des Aus­schus­ses das Ver­fah­ren bei der Anwen­dung der Rechts­be­hel­fe unan­ge­mes­sen lan­ge gedau­ert hat;
    4. sofern die Vor­aus­set­zun­gen des Buch­sta­ben c erfüllt sind, stellt der Aus­schuss den betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten sei­ne guten Diens­te zur Ver­fü­gung, um eine güt­li­che Rege­lung der Sache auf der Grund­la­ge der Ein­hal­tung der in die­ser Kon­ven­ti­on vor­ge­se­he­nen Ver­pflich­tun­gen her­bei­zu­füh­ren;
    5. der Aus­schuss berät über Mit­tei­lun­gen auf­grund die­ses Arti­kels in nicht­öf­fent­li­cher Sit­zung;
    6. der Aus­schuss kann in jeder ihm nach Buch­sta­be b unter­brei­te­ten Sache die unter Buch­sta­be b genann­ten betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten auf­for­dern, alle erheb­li­chen Anga­ben bei­zu­brin­gen;
    7. die unter Buch­sta­be b genann­ten betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten haben das Recht, sich ver­tre­ten zu las­sen sowie münd­lich und/​oder schrift­lich Stel­lung zu neh­men, wenn die Sache vom Aus­schuss ver­han­delt wird;
    8. der Aus­schuss legt inner­halb von zwölf Mona­ten nach Ein­gang der unter Buch­sta­be b vor­ge­se­he­nen Mit­tei­lung einen Bericht vor wie folgt:
      1. Wenn eine Rege­lung im Sin­ne von Buch­sta­be d zustan­de gekom­men ist, beschränkt der Aus­schuss sei­nen Bericht auf eine kur­ze Dar­stel­lung des Sach­ver­halts und der erziel­ten Rege­lung;
      2. wenn eine Rege­lung im Sin­ne von Buch­sta­be d nicht zustan­de gekom­men ist, erläu­tert der Aus­schuss in sei­nem Bericht den für den Streit zwi­schen den betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten erheb­li­chen Sach­ver­halt. Die schrift­li­chen Stel­lung­nah­men und das Pro­to­koll über die münd­li­chen Stel­lung­nah­men der betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten sind dem Bericht bei­zu­fü­gen. Der Aus­schuss kann auch, aller­dings nur den betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten, jede Auf­fas­sung mit­tei­len, die er in der Sache für erheb­lich hält. In jedem Fall wird der Bericht den betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten über­mit­telt.
  2. Die Bestim­mun­gen die­ses Arti­kels tre­ten in Kraft, wenn zehn Ver­trags­staa­ten Erklä­run­gen nach Absatz I abge­ge­ben haben. Die­se Erklä­run­gen wer­den von den Ver­trags­staa­ten beim Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen hin­ter­legt, der den ande­ren Ver­trags­staa­ten Abschrif­ten davon über­mit­telt. Eine Erklä­rung kann jeder­zeit durch eine an den Gene­ral­se­kre­tär gerich­te­te Noti­fi­ka­ti­on zurück­ge­nom­men wer­den. Eine sol­che Zurück­nah­me berührt nicht die Prü­fung einer Sache, die Gegen­stand einer auf­grund die­ses Arti­kels bereits vor­ge­nom­me­nen Mit­tei­lung ist; nach Ein­gang der Noti­fi­ka­ti­on über die Zurück­nah­me der Erklä­rung beim Gene­ral­se­kre­tär wird kei­ne wei­te­re Mit­tei­lung eines Ver­trags­staa­tes auf­grund die­ses Arti­kels ent­ge­gen­ge­nom­men, es sei denn, dass der betrof­fe­ne Ver­trags­staat eine neue Erklä­rung abge­ge­ben hat.

Arti­kel 77

  1. Ein Ver­trags­staat kann auf­grund die­ses Arti­kels jeder­zeit erklä­ren, dass er die Zustän­dig­keit des Aus­schus­ses zur Ent­ge­gen­nah­me und Prü­fung von Mit­tei­lun­gen ein­zel­ner Per­so­nen oder im Namen ein­zel­ner Per­so­nen aner­kennt, die der Hoheits­ge­walt des betref­fen­den Staa­tes unter­ste­hen und die gel­tend machen, dass ihre in die­ser Kon­ven­ti­on nie­der­ge­leg­ten indi­vi­du­el­len Rech­te durch die­sen Ver­trags­staat ver­letzt wor­den sind. Der Aus­schuss darf kei­ne Mit­tei­lung ent­ge­gen­neh­men, die einen Ver­trags­staat betrifft, der kei­ne der­ar­ti­ge Erklä­rung abge­ge­ben hat.
  2. Der Aus­schuss erklärt jede nach die­sem Arti­kel ein­ge­reich­te Mit­tei­lung für unzu­läs­sig, die anonym ist oder die er für einen Miss­brauch des Rechts auf Ein­rei­chung sol­cher Mit­tei­lun­gen oder für unver­ein­bar mit den Bestim­mun­gen die­ser Kon­ven­ti­on hält.
  3. Der Aus­schuss prüft Mit­tei­lun­gen einer Ein­zel­per­son auf­grund die­ses Arti­kels erst dann, wenn er sich Gewiss­heit ver­schafft hat,
    1. dass die­sel­be Sache nicht bereits in einem ande­ren inter­na­tio­na­len Unter­su­chungs- oder Streit­re­ge­lungs­ver­fah­ren geprüft wur­de oder wird;
    2. dass die Ein­zel­per­son alle zur Ver­fü­gung ste­hen den inner­staat­li­chen Rechts­be­hel­fe erschöpft hat; dies gilt nicht, wenn nach Auf­fas­sung des Aus­schus­ses das Ver­fah­ren bei der Anwen­dung der Rechts­be­hel­fe unan­ge­mes­sen lan­ge gedau­ert hat oder für die betref­fen­de Per­son kei­ne wirk­sa­me Abhil­fe erwar­ten lässt.
  4. Vor­be­halt­lich des Absat­zes 2 bringt der Aus­schuss jede ihm nach die­sem Arti­kel ein­ge­reich­te Mit­tei­lung dem Ver­trags­staat zur Kennt­nis, der eine Erklä­rung nach Absatz 1 abge­ge­ben hat und dem vor­ge­wor­fen wird, eine Bestim­mung die­ser Kon­ven­ti­on ver­letzt zu haben. Der Emp­fangs­staat hat dem Aus­schuss inner­halb von sechs Mona­ten schrift­li­che Erläu­te­run­gen oder Stel­lung­nah­men zur Klä­rung der Sache zu über­mit­teln und die gege­be­nen­falls von ihm getrof­fe­nen Abhil­fe­maß­nah­men mit­zu­tei­len.
  5. Der Aus­schuss prüft die ihm nach die­sem Arti­kel gegan­ge­nen Mit­tei­lun­gen unter Berück­sich­ti­gung aller ihm von der Ein­zel­per­son oder in deren Namen und von dem betrof­fe­nen Ver­trags­staat unter­brei­te­ten Infor­ma­tio­nen.
  6. Der Aus­schuss berät über Mit­tei­lun­gen auf­grund die­ses Arti­kels in nicht­öf­fent­li­cher Sit­zung.
  7. Der Aus­schuss teilt sei­ne Auf­fas­sun­gen dem betrof­fe­nen Ver­trags­staat und der Ein­zel­per­son mit.
  8. Die Bestim­mun­gen die­ses Arti­kels tre­ten in Kraft, wenn zehn Ver­trags­staa­ten Erklä­run­gen nach Absatz 1 abge­ge­ben haben. Die­se Erklä­run­gen wer­den von den Ver­trags­staa­ten beim Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen hin­ter­legt, der den ande­ren Ver­trags­staa­ten Abschrif­ten davon über­mit­telt. Eine Erklä­rung kann jeder­zeit durch eine an den Gene­ral­se­kre­tär gerich­te­te Noti­fi­ka­ti­on zurück­ge­nom­men wer­den. Eine sol­che Zurück­nah­me berührt nicht die Prü­fung einer Sache, die Gegen­stand einer auf­grund die­ses Arti­kels bereits vor­ge­nom­me­nen Mit­tei­lung ist; nach Ein­gang der Noti­fi­ka­ti­on über die Zurück­nah­me der Erklä­rung beim Gene­ral­se­kre­tär wird kei­ne wei­te­re von einer Ein­zel­per­son oder in deren Namen gemach­te Mit­tei­lung auf­grund die­ses Arti­kels ent­ge­gen­ge­nom­men, es sei denn, dass der betrof­fe­ne Ver­trags­staat eine neue Erklä­rung abge­ge­ben hat.

Arti­kel 78

Die Bestim­mun­gen des Arti­kels 76 sind unbe­scha­det irgend­wel­cher ande­rer in den Sat­zun­gen und Über­ein­künf­ten der Ver­ein­ten Natio­nen und der Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen vor­ge­se­he­ner Ver­fah­ren zur Rege­lung von Strei­tig­kei­ten oder Beschwer­den auf dem von die­ser Kon­ven­ti­on erfass­ten Gebiet anzu­wen­den und hin­dern die Ver­trags­staa­ten nicht, in Über­ein­stim­mung mit den zwi­schen ihnen in Kraft befind­li­chen inter­na­tio­na­len Über­ein­künf­ten, irgend­wel­che ande­ren Ver­fah­ren zur Bei­le­gung von Strei­tig­kei­ten anzu­wen­den.

Teil VIII – All­ge­mei­ne Bestim­mun­gen

Arti­kel 79

Kei­ne Bestim­mung die­ser Kon­ven­ti­on berührt das Recht jedes Ver­trags­staa­tes, die Kri­te­ri­en für die Zulas­sung von Wan­der­ar­beit­neh­mern und ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen fest­zu­le­gen. In bezug auf sons­ti­ge Fra­gen im Zusam­men­hang mit der Rechts­stel­lung und Behand­lung von Wan­der­ar­beit­neh­mern und ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen sind die Staa­ten an die in die­ser Kon­ven­ti­on fest­ge­leg­ten Ein­schrän­kun­gen gebun­den.

Arti­kel 80

Kei­ne Bestim­mung die­ser Kon­ven­ti­on ist dahin aus­zu­le­gen, dass sie die Bestim­mun­gen der Char­ta der Ver­ein­ten Natio­nen und der Sat­zun­gen der Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen beschränkt, in denen die jewei­li­gen Auf­ga­ben der ver­schie­de­nen Orga­ne der Ver­ein­ten Natio­nen und der Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen hin­sicht­lich der in die­ser Kon­ven­ti­on behan­del­ten Fra­gen gere­gelt sind.

Arti­kel 81

  1. Kei­ne Bestim­mung die­ser Kon­ven­ti­on berührt güns­ti­ge­re Rech­te oder Frei­hei­ten, die Wan­der­ar­beit­neh­mern und ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen gewährt wer­den auf­grund:
    1. der Rechts­vor­schrif­ten oder Gepflo­gen­hei­ten eines Ver­trags­staa­tes, oder
    2. eines für den betref­fen­den Ver­trags­staat gel­ten­den zwei­sei­ti­gen oder mehr­sei­ti­gen Ver­tra­ges.
  2. Kei­ne Bestim­mung die­ser Kon­ven­ti­on darf dahin aus­ge­legt wer­den, dass sich dar­aus für einen Staat, eine Grup­pe oder eine Per­son irgend­ein Recht her­lei­tet. Tätig­kei­ten durch­zu­füh­ren oder Hand­lun­gen vor­zu­neh­men, die irgend­wel­che in die­ser Kon­ven­ti­on aner­kann­ten Rech­te oder Frei­hei­ten beein­träch­ti­gen.

Arti­kel 82

Auf die in die­ser Kon­ven­ti­on nie­der­ge­leg­ten Rech­te der Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen kann nicht ver­zich­tet wer­den. Die Aus­übung irgend­ei­ner Art von Druck auf Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen mit dem Ziel, sie zum Ver­zicht oder zur Auf­ga­be eines die­ser Rech­te zu ver­an­las­sen, ist nicht zu läs­sig. Die in die­ser Kon­ven­ti­on aner­kann­ten Rech­te sind nicht abding­bar. Die Ver­trags­staa­ten tref­fen geeig­ne­te Maß­nah­men, um sicher­zu­stel­len, dass die­se Grund­sät­ze ein­ge­hal­ten wer­den.

Arti­kel 83

Jeder Ver­trags­staat ver­pflich­tet sich:

  1. dafür Sor­ge zu tra­gen, dass jeder, der in sei­nen in die­ser Kon­ven­ti­on aner­kann­ten Rech­ten oder Frei­hei­ten ver­letzt wor­den ist, das Recht hat, eine wirk­sa­me Beschwer­de ein­zu­le­gen, selbst wenn die Ver­let­zung von Per­so­nen began­gen wor­den ist, die in amt­li­cher Eigen­schaft gehan­delt haben;
  2. dafür Sor­ge zu tra­gen, dass jeder, der eine sol­che Beschwer­de ein­legt, die­se Beschwer­de durch das zustän­di­ge Gerichts‑, Ver­wal­tungs- oder Gesetz­ge­bungs­or­gan oder durch eine ande­re nach dem Rechts­sys­tem des Staa­tes vor­ge­se­he­ne zustän­di­ge Stel­le prü­fen und dar­über ent­schei­den las­sen kann, und den gericht­li­chen Rechts­schutz aus­zu­bau­en;
  3. dafür Sor­ge zu tra­gen, dass die zustän­di­gen Stel­len Beschwer­den, denen statt­ge­ge­ben wur­de, Gel­tung ver­schaf­fen.

Arti­kel 84

Jeder Ver­trags­staat ver­pflich­tet sich, die gesetz­ge­be­ri­schen und sons­ti­gen Maß­nah­men zu tref­fen, die zur Durch­füh­rung der Bestim­mun­gen die­ser Kon­ven­ti­on erfor­der­lich sind.

Teil IX – Schluss­be­stim­mun­gen

Arti­kel 85

Der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen wird zum Ver­wah­rer die­ser Kon­ven­ti­on bestimmt.

Arti­kel 86

  1. Die­se Kon­ven­ti­on liegt für alle Staa­ten zur Unter­zeich­nung auf. Sie bedarf der Rati­fi­ka­ti­on.
  2. Die­se Kon­ven­ti­on liegt für jeden Staat zum Bei­tritt auf.
  3. Die Rati­fi­ka­ti­on- oder Bei­tritts­ur­kun­den wer­den beim Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen hin­ter­legt.

Arti­kel 87

  1. Die­se Kon­ven­ti­on tritt drei Mona­te nach Hin­ter­le­gung der zwan­zigs­ten Rati­fi­ka­ti­ons- oder Bei­tritts­ur­kun­de am ers­ten Tag des dar­auf fol­gen­den Monats in Kraft.
  2. Für jeden Staat, der die­se Kon­ven­ti­on nach ihrem Inkraft­tre­ten rati­fi­ziert oder ihr bei­tritt, tritt sie drei Mona­te nach der Hin­ter­le­gung sei­ner eige­nen Rati­fi­ka­ti­ons- oder Bei­tritts­ur­kun­de am ers­ten Tag des dar­auf fol­gen­den Monats in Kraft.

Arti­kel 88

Ein Staat, der die­se Kon­ven­ti­on rati­fi­ziert oder ihr bei­tritt, kann weder die Anwen­dung eines ihrer Tei­le aus­schlie­ßen noch, unbe­scha­det des Arti­kels 3, eine bestimm­te Grup­pe von Wan­der­ar­beit­neh­mern von der Anwen­dung aus­schlie­ßen.

Arti­kel 89

  1. Jeder Ver­trags­staat kann die­se Kon­ven­ti­on frü­hes­tens fünf Jah­re nach Inkraft­tre­ten der Kon­ven­ti­on für die­sen Staat durch eine an den Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen gerich­te­te Noti­fi­ka­ti­on kün­di­gen.
  2. Die­se Kün­di­gung wird am ers­ten Tag des Monats wirk­sam, der auf den Ablauf einer Frist von zwölf Mona­ten nach Ein­gang der Noti­fi­ka­ti­on beim Gene­ral­se­kre­tär folgt.
  3. Eine sol­che Kün­di­gung ent­hebt den Ver­trags­staat nicht der Ver­pflich­tun­gen, die er auf­grund die­ser Kon­ven­ti­on in bezug auf vor dem Wirk­sam­wer­den der Kün­di­gung began­ge­ne Hand­lun­gen oder Unter­las­sun­gen hat; die Kün­di­gung berührt auch nicht die wei­te­re Prü­fung einer Sache, mit wel­cher der Aus­schuss bereits vor dem Wirk­sam­wer­den der Kün­di­gung befasst war.
  4. Nach dem Tag, an dem die Kün­di­gung eines Ver­trags­staa­tes wirk­sam wird, darf der Aus­schuss nicht mit der Prü­fung einer neu­en die­sen Staat betref­fen­den Sache begin­nen.

Arti­kel 90

  1. Jeder Ver­trags­staat kann nach Ablauf von fünf Jah­ren nach Inkraft­tre­ten der Kon­ven­ti­on jeder­zeit durch eine an den Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen gerich­te­te schrift­li­che Noti­fi­ka­ti­on eine Revi­si­on der Kon­ven­ti­on bean­tra­gen. Der Gene­ral­se­kre­tär über­mit­telt sodann die Ände­rungs­vor­schlä­ge den Ver­trags­staa­ten mit der Auf­for­de­rung, ihm mit­zu­tei­len, ob sie eine Kon­fe­renz der Ver­trags­staa­ten zur Bera­tung und Abstim­mung über die Vor­schlä­ge befür­wor­ten. Befür­wor­tet inner­halb von vier Mona­ten nach dem Datum der Über­mitt­lung wenigs­tens ein Drit­tel der Ver­trags­staa­ten eine sol­che Kon­fe­renz, so beruft der Gene­ral­se­kre­tär die Kon­fe­renz unter der Schirm­herr­schaft der Ver­ein­ten Natio­nen ein. Jede Ände­rung, die von der Mehr­heit der anwe­sen­den und abstim­men­den Ver­trags­staa­ten ange­nom­men wird, ist der Gene­ral­ver­samm­lung zur Bil­li­gung vor­zu­le­gen.
  2. Die Ände­run­gen tre­ten in Kraft, wenn sie von der Gene­ral­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen gebil­ligt und von einer Zwei­drit­tel­mehr­heit der Ver­trags­staa­ten nach Maß­ga­be der in ihrer Ver­fas­sung vor­ge­se­he­nen Ver­fah­ren ange­nom­men wor­den sind.
  3. Tre­ten die Ände­run­gen in Kraft, so sind sie für die Ver­trags­staa­ten, die sie ange­nom­men haben, ver­bind­lich, wäh­rend für die ande­ren Ver­trags­staa­ten wei­ter­hin die Bestim­mun­gen die­ser Kon­ven­ti­on und alle frü­her von ihnen ange­nom­me­nen Ände­run­gen gel­ten.

Arti­kel 91

  1. Der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen nimmt den Wort­laut von Vor­be­hal­ten, die ein Staat bei der Unter­zeich­nung, bei der Rati­fi­ka­ti­on oder beim Bei­tritt anbringt, ent­ge­gen und lei­tet ihn allen Staa­ten zu.
  2. Mit Ziel und Zweck die­ser Kon­ven­ti­on unver­ein­ba­re Vor­be­hal­te sind nicht zuläs­sig.
  3. Vor­be­hal­te kön­nen jeder­zeit durch eine dies­be­züg­li­che Noti­fi­ka­ti­on an den Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen zurück­ge­nom­men wer­den, der sodann alle Staa­ten davon in Kennt­nis setzt. Die Noti­fi­ka­ti­on wird mit dem Tag ihres Ein­gangs wirk­sam.

Arti­kel 92

  1. Jede Strei­tig­keit zwi­schen zwei oder mehr Ver­trags­staa­ten über die Aus­le­gung oder Anwen­dung die­ser Kon­ven­ti­on, die nicht durch Ver­hand­lun­gen bei­gelegt wird, ist auf Ver­lan­gen eines die­ser Staa­ten einem Schieds­ver­fah­ren zu unter­wer­fen. Kön­nen sich die Par­tei­en bin­nen sechs Mona­ten nach dem Zeit­punkt, zu dem das Schieds­ver­fah­ren ver­langt wor­den ist, über sei­ne Aus­ge­stal­tung nicht eini­gen, so kann jede die­ser Par­tei­en die Strei­tig­keit dem Inter­na­tio­na­len Gerichts­hof unter­brei­ten, indem sie einen sei­nem Sta­tut ent­spre­chen­den Antrag stellt.
  2. Jeder Ver­trags­staat kann bei der Unter­zeich­nung oder Rati­fi­ka­ti­on die­ser Kon­ven­ti­on oder dem Bei­tritt zu ihr erklä­ren, dass er sich durch Absatz 1 nicht als gebun­den betrach­tet. Die ande­ren Ver­trags­staa­ten sind gegen­über einem Ver­trags­staat, der eine sol­che Erklä­rung abge­ge­ben hat, durch Absatz 1 nicht gebun­den.
  3. Ein Ver­trags­staat, der eine Erklä­rung nach Absatz 2 abge­ge­ben hat. kann die­se Erklä­rung jeder­zeit durch eine an den Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen gerich­te­te Noti­fi­ka­ti­on zurück­neh­men.

Arti­kel 93

  1. Die­se Kon­ven­ti­on, deren ara­bi­scher, chi­ne­si­scher, eng­li­scher, fran­zö­si­scher, rus­si­scher und spa­ni­scher Wort­laut glei­cher­ma­ßen ver­bind­lich ist, wird beim Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen hin­ter­legt.
  2. Der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen über­mit­telt allen Staa­ten beglau­big­te Abschrif­ten die­ser Kon­ven­ti­on.

ZU URKUND DESSEN haben die unter­zeich­ne­ten, hier­zu von ihren Regie­run­gen gehö­rig befug­ten Bevoll­mäch­tig­ten die­se Kon­ven­ti­on unter­schrie­ben.

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